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Xanten: Stationäre Händler steigen auf Lieferdienst um

Corona und die Folgen : Stationäre Händler steigen auf Lieferdienst um

Die Geschäftstüren sind zu, der Haustürservice blüht auf.

Die Einzelhändler versuchen, das Beste aus der aktuellen Krise zu machen. In einer Zeit der fast leergefegten Innenstädte suchen sie nach Alternativen, um die wirtschaftlichen Einbußen zu reduzieren. Martina Batussek ist hierfür ein Beispiel. Seit 30 Jahren führt sie das Spielwarengeschäft am Xantener Markt. Seit dem Erlass des Landes, dass zahlreiche Geschäfte wie ihres geschlossen bleiben müssen, hat sie kurzerhand einen neuen Service ins Leben gerufen: Sie liefert Spielwaren ins Haus oder schickt sie per Post.

Am ersten Aktionstag war die Resonanz noch etwas zurückhaltend, am zweiten Tag verspürte sie schon eine regere Nachfrage. „Ich wohne direkt über dem Geschäft“, sagt sie. „Ich bin also quasi rund um die Uhr da.“ Ihren Service will sie so lange wie möglich aufrechterhalten, denkt aber schon mit Schrecken an eine umfassende Ausgangssperre, die verhängt werden könnte.

Für die Lieferung ins Haus ab einem Bestellwert von 30 Euro können die Kunden mit Martina Batussek einen Termin vereinbaren. Am ersten Tag belud sie ihren Corsa zum Beispiel mit den bestellten Gesellschaftsspielen und Mal-Untensilien. Allerdings musste sie bei dieser Premiere noch etwas umdenken. „Ich war zu sehr auf persönlichen Kontakt eingestellt“, sagt die Xantener Einzelhändlerin. Nun hingegen erfolgt Geld gegen Ware auf Distanz: „Der Kunde legt einen Umschlag mit Geld vor die Haustür. Ich nehme ihn, lege das eventuelle Wechselgeld hinein und stelle dann alles vor die Tür. Der Kunde kontrolliert den Inhalt, dann bin ich weg. Ohne engen Kontakt“, erläutert sie.

Derzeit liefert sie auch über die kommunalen Grenzen hinaus zum Beispiel nach Alpen und Sonsbeck. „Das kann ich noch stemmen. Ich bin froh über alles, was das Geschäft verlässt.“ Ausgeliefert wird übrigens bei ihr auch per Post.

Ivo Tekath vom gleichnamigen Herrenmodegeschäft in Xanten ist gerade dabei, einen Online-Bestellhandel einzurichten. Wahrscheinlich Ende nächster Woche will er zunächst auf Facebook Fotos mit Artikeln aus seinem Sortiment hochladen. „Wir hatten ja schon öfter auch Bestellungen per Whatsapp oder Mail. Da ist bei mir die Idee entstanden, Bilder mit Kleidung, die in der Regel immer wieder nachgefragt werden, in einem Album hochzuladen.“ Sein Appell: den örtlichen Einzelhandel und die örtliche Gastronomie durch Bestellungen unterstützen. „Nur gemeinsam kann man eine solche Krise überstehen.“

Online-Bestellungen gehören bei Christina Terhardt schon lange zum Tagesgeschäft der Dombuchhandlung. Jetzt aber noch mehr als sonst, denn auch sie darf ihre Ladentüren nicht öffnen. Vor dieser Schließung hatte sie noch eine verstärkte Nachfrage nach Kinder- und Taschenbüchern festgestellt, nun, so macht sie die Erfahrung, kommen verstärkt Online-Aufträge über Klassenlektüre herein.