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Xanten: Städtepartnerschaft mit ostdeutscher Stadt vorgeschlagen

Anregung von Alt-Bürgermeister Melters : Ost-West-Städtepartnerschaft vorgeschlagen

Alt-Bürgermeister Melters macht sich in Xanten für mehr gesamtdeutsches Verständnis stark.

Xanten hat bisher vier Partnerstädte. Alt-Bürgermeister Alfred Melters (CDU) schlägt zusätzlich eine Partnerschaft mit einer ostdeutschen Stadt vor. Die Idee sei auf der Feier zum Tag der Deutschen Einheit enstanden, sagte Melters unserer Redaktion. Damit Ost und West mehr Verständnis füreinander entwickeln könnten, seien persönliche Kontakte notwendig. So etwas könne durch eine Städtepartnerschaft gefördert werden.

Diese Erfahrung habe Xanten schon mit seinen Partnerstädten Geel (Belgien), Saintes (Frankreich), Salisbury (England) und Beit Sahour (Palästina) gemacht. Gruppen aus den Städten besuchten sich regelmäßig. Über die Jahre seien Freundschaften entstanden, sagte Melters. Zwischen vielen ost- und westdeutschen Städten gibt es schon Partnerschaften. Rheinberg hat zum Beispiel seit 1990 eine Partnerschaft mit Hohenstein-Ernstthal in Sachsen.

Xanten hatte am vergangenen Donnerstag zum ersten Mal mit einer Feier im Rathaus an die Deutsche Einheit erinnert. Die Idee hatte Jürgen Kappel gehabt. Bürgermeister Thomas Görtz begrüßte 45 Gäste und erinnerte an die Bedeutung des Feiertages gerade in der heutigen Zeit, in der die Demokratie von vielen Menschen nicht mehr als selbstverständlich betrachtet würde. Man müsse die Lebensleistung derjenigen, die in Ostdeutschland lebten, würdigen, forderte Görtz. Anschließend moderierte Kappel eine Diskussionsrunde. Ilse Falk, langjährige Bundestagsabgeordnete, sagte, dass die Deutsche Einheit eine Erfolgsgeschichte sei, trotz mancher Fehler, die gemacht worden seien. Daniela Postler war 1992 in den Westen gezogen – der Liebe wegen. Sie erinnerte sich daran, wie die Treuhand nach der Wende viele Firmen in Rostock abgewickelt habe. Die Menschen der Region hätten nicht nur ihre Lebensgrundlage verloren, sondern auch ihr Selbstwertgefühl. Man habe ihnen allzu oft vermittelt, dass sie in ihrem Leben nichts geleistet hätten. Das treibe heute viele Menschen in die Arme der AfD. Frederik Krohn, einer der Organisatoren der Xantener „Fridays for Future“-Demonstrationen, empfahl, auch die Jugend bei der Feier zur Deutschen Einheit stärker einzubinden. Den Abschluss bildete die Komposition von Stefan Heucke, zum Kaiserquartett (Melodie der Nationalhymne), die von Ana-Marija Markovina eindrucksvoll dargeboten wurde.

(wer/jk)