Xanten: Stadt schiebt Markt zum Domvorplatz

Xanten: Stadt schiebt Markt auf den Domvorplatz

Wochenmarkthändler müssen erstmals zum Weihnachtsmarkt in die Immunität umziehen. Neuer Standort stößt nicht bei allen auf ungeteilte Zustimmung.

Für die Dauer der Großveranstaltungen in der Innenstadt muss der Wochenmarkt auf den Domvorplatz umziehen. Bürgermeister Thomas Görtz stellte gestern mit Vertretern der Propsteigemeinde das neue Konzept vor. „Rettungswege waren nicht mehr vorhanden“, sagte er über die bisherige Regelung, dass die Marktbeschicker an jenen Tagen an den Rand rücken mussten. „Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge kommen dann definitiv nicht mehr durch. Es wurden zudem Flächen beansprucht, die dafür eigentlich nicht vorgesehen sind.“ Als Beispiel nannte er den barrierefreien Weg quer durch die City für Menschen mit Gehbehinderung.

Die Verlegung wird zum nächsten Weihnachtsmarkt getestet. Bei den Marktbeschickern stößt diese Lösung, zu der man im Oktober in einem Gespräch mit den Händlern gekommen ist, auf ungeteilte Zustimmung. Einige Teilnehmer waren dafür, andere wollen in diesem Fall Xanten den Rücken kehren. Im Gespräch waren auch der Parkplatz am Westwall hinter der Sparkasse und die Fläche hinter dem Rathaus. Für Kritiker ebenfalls inakzeptabel. Sie befürchten Einkommenseinbußen. „Es ist ein Versuch wert“, meinte hingegen Obst- und Gemüseanbieter Ludger Rüttermann. Er sieht die Notwendigkeit, dass sich etwas ändern muss, sagte aber auch: „Ich hoffe, es wird sich nicht negativ auswirken. Wir würden natürlich lieber hier auf dem Großen Markt bleiben.“

  • Rheinberg : Wochenmarkt kehrt auf den Marktplatz zurück

Görtz ist optimistisch, da der neue Standort nur wenig vom Großen Markt entfernt ist und die Stadt mit den Schildern darauf hinweisen möchte. Die Verlegung zum Südportal des Doms geschieht erst einmal auf Probe, erstmals am 19. November, wenn die ersten Buden für den Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz aufgestellt werden. Die beiden Schulen unterhalb des Doms, die Marienschule und das Placidahaus, hatten keine Bedenken, was die Verlegung dorthin betrifft. Geklärt wird noch die Zufahrt für die Händlergespanne, die bis zu 16 Meter lang sind. Ein Bonbon gibt es seitens der Stadt noch für die Marktbeschicker. Für die Tage auf dem Domvorplatz müssen sie keine Standgebühren entrichten.

Dagegen hat der Vorschlag von Händlerin Karin Schlüss, für die Zeit des Wochenmarktes auf dem Kleinen Markt auf die Erhebung von Parkgebühren zu verzichten, wenig Aussicht auf Erfolg. „Leute bleiben weg, wenn sie 2,50 Euro bezahlen müssen. Gerade Ältere kommen doch auch, um hier Kontakt zu anderen zu haben, nicht nur zum Einkaufen. Die Gebühr macht die Marktatmosphäre kaputt“, sagte sie der Redaktion. Bürgermeister Görtz hingegen sieht ein Problem der Abgrenzung: Dann müsse man dies auch für andere Veranstaltungen erlauben. Außerdem wies er auf kostenlose Parkmöglichkeiten in der Stadt hin.

Mehr von RP ONLINE