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Xanten: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Seeadler-Störer

Verdacht einer Straftat : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Seeadler-Störer

Hundehalter sollen die Seeadler auf der Bislicher Insel in Xanten gestört haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ihr liegt auch ein Foto vor – zusätzlich bittet sie Zeugen, sich zu melden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Personen, die mit ihren Hunden die Seeadler auf der Bislicher Insel erheblich gestört haben sollen. Ihre Identität ist bisher unbekannt, aber den Ermittlern liege ein Foto vor, das die Personen im Naturschutzgebiet zeige, sagte Oberstaatsanwalt Günter Neifer. Er bat außerdem Zeugen, die sachdienliche Hinweise machen könnten, sich zu melden. Möglicherweise seien die beiden Personen jemandem aufgefallen, weil sie dort häufiger mit ihren Hunden spazieren gingen.

Anlass der Ermittlungen ist ein Vorfall vom Freitag, 6. März. Damals hatten Unbefugte die Seeadler in der Nähe des Horstes auf der Bislicher Insel erheblich gestört, wie der Kreis Wesel als Untere Naturschutzbehörde anschließend meldete. Demnach hatten die Personen ihre Hunde ohne Leine bis an die Wasserlinie geführt und die Tiere dort mit einem Ball spielen lassen. Die Seeadler, die empfindlich auf solche Störungen reagierten, hätten deshalb ihren Horst verlassen, berichtete der Kreis und erklärte in einer ersten Einschätzung, dass eine solche Störung in der Nähe einer Fortpflanzungsstätte streng geschützter Vögel den Tatverdacht einer Straftat begründe und den Störern eine empfindliche Freiheits- oder Geld­strafe drohe. Für die weiteren Ermittlungen übergab der Kreis das Verfahren an die Staatsanwaltschaft.

Auf der Bislicher Insel, einer Auenlandschaft aus Wald, Wiesen und Gewässern, lebt seit einigen Jahren ein Seeadler-Pärchen. Es hat 2017, 2018 und 2019 jeweils Nachwuchs bekommen. Damit war es das erste bekannte Seeadler-Pärchen seit rund 200 Jahren, das auf dem Gebiet von Nordrhein-Westfalen gebrütet hat.

(wer)