1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Xanten: SPD will Bürger beim Abwasser entlasten

Xanten : SPD will Bürger beim Abwasser entlasten

Nicht nur die Landwirte sollen eine Entschädigung bekommen: Weil der Sommer so lange heiß und trocken war und viele öffentliches Grün gewässert haben, sollen die Bürger entlastet werden. Olaf Finke stellt einen entsprechenden Antrag an den Rat.

Dass der Sommer heiß war, ist bekannt. Dass er lange trocken war, auch. Und dass die Bürger viel gießen mussten, zum Teil sogar dem Dienstleistungsbetrieb der Stadt Xanten (DBX) beim Bewässern der öffentlichen Grünflächen geholfen haben (wir berichteten), ebenfalls. Die SPD möchte den Bürgern dafür danken. Und nicht nur das. Sie sollen auch einen finanziellen Ausgleich bekommen. „Nur eine Minderheit verfügt über einen eigenen Brunnen. Die meisten Bürger haben Frischwasser verbraucht“, sagt Olaf Finke.

Er ist der Fraktionsvorsitzende der Xantener Sozialdemokraten und hat am Wochenende einen entsprechenden Antrag bei Bürgermeister Thomas Görtz und beim DBX gestellt. Seiner Meinung nach soll der Rat die Verwaltung beauftragen, den Mehrverbrauch von Leitungswasser im Stadtgebiet zu ermitteln. „Auf dieser Grundlage soll dann ein Teilerlass bei den Abwassergebühren für alle Bürger erfolgen“, sagt Finke. Wie hoch dieses Entgegenkommen sein könnte, das kann Finke noch nicht sagen. Dazu fehle ihm die rechnerische Grundlage. Damit sich der Verwaltungsaufwand für den DBX in Grenzen hält, sollen die Verbrauchswerte aus dem Jahr 2018 genommen werden.

Ganz so einfach sieht das Michael Lehmann, beim DBX für die Beiträge und Gebühren zuständig, allerdings nicht. Seiner Meinung nach könne man die Bürger nicht pauschal entlasten. Viele hätten einen Brunnen. In diesem Jahr komme eine Vielzahl an Gartenuhren hinzu. „Normalerweise haben wir 150 Anträge, in diesem Jahr sind es 300. Das müssen wir berücksichtigen“, sagt Lehmann. Dazu muss man wissen: Rein statistisch gesehen verbraucht eine Person 40 Kubikmeter Frischwasser. Nach der aktuellen Gebührentabelle des DBX werden pro Kubikmeter 3,95 Euro Gebühr veranschlagt. „Wenn jemand eine Gartenuhr hat und dadurch nachweisen kann, dass er zum Beispiel 28 Kubikmeter Wasser für die Bewässerung der Pflanzen benötigt hat, dann werden sie von der Abwassermenge abgezogen“, erklärt Lehmann.

Ganz abschmettern möchte er den Antrag der Xantener SPD aber nicht: „Es wird in diesem Jahr sicherlich einige Bürger geben, die einen Schock bekommen, wenn sie ihre Rechnung sehen. Für diese Härtefälle müssen und werden wir eine Lösung finden.“