Kinderbetreuung in Xanten SPD fordert Abschaffung der Ü3-Stichtagsregelung

Xanten · Die SPD in Xanten kritisiert die Ü3-Stichtagsregelung in der Kinderbetreuung als „unfair und nicht nachvollziehbar“. Einige Familien müssten dadurch höhere Beiträge zahlen als andere. Die Regelung müsse abgeschafft werden, fordert die SPD.

 Jacken und Taschen in einer Kita: Die SPD fordert die Abschaffung der Ü3-Stichtagsregelung im Kreis Wesel (Symbolbild).

Jacken und Taschen in einer Kita: Die SPD fordert die Abschaffung der Ü3-Stichtagsregelung im Kreis Wesel (Symbolbild).

Foto: dpa/Monika Skolimowska

Die Xantener SPD beklagt eine Ungerechtigkeit bei der Berechnung von Kita-Gebühren. Die Ü3-Stichtagsregelung sei „unfair und nicht nachvollziehbar“, sie belaste junge Familien, diesen fehlten dadurch mehrere Hundert Euro im Portemonnaie, kritisierte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Volker Markus. Deshalb gehöre die Ü3-Stichtagsregelung abgeschafft.

Damit stellt sich die Xantener SPD hinter die Forderung ihres Kreisverbandes. Dieser hat die Abschaffung der Ü3-Stichtagsregelung beim zuständigen Kreis Wesel beantragt.

Wenn Kinder das dritte Lebensjahr vollenden, wechselten sie von der U3- zur Ü3-Betreuung, erklärte Markus. Damit seien geringere Elternbeiträge verbunden. Durch die Stichtagsregelung müssten aber die Eltern, deren Kinder erst nach dem 1. November drei Jahre alt werden, bis zum Sommer noch den höheren U3-Beitrag zahlen. Laut der Beitragstabelle des Kreisjugendamts werde dadurch teilweise fast der doppelte Beitrag fällig. „Viele junge Eltern aus Xanten haben uns bei zahlreichen Gelegenheiten auf diese Ungerechtigkeit angesprochen.“

Markus macht die Auswirkung der Stichtagsregelung an einem Beispiel deutlich: Angenommen, die Eltern hätten ein Jahreseinkommen von 49.000 Euro, ihr Kind besuche eine Kita (35 Stunden pro Woche) und werde im Dezember drei Jahre alt. „Statt des monatlichen Ü3-Betrages von 77 Euro zahlen die Eltern bis zum Sommer den höheren U3-Betrag von 142 Euro“, kritisierte Markus. „Das sind dann in der Summe 455 Euro, die bis zum Ende des Kita-Jahres trotzdem mehr gezahlt werden müssen, obwohl das Kind bereits in der Ü3-Betreuung ist.“ Familien, deren Kinder vor dem 1. November das dritte Lebensjahr vollendeten, zahlten dagegen sofort den geringeren Ü3-Satz.

Diese Regelung gelte für alle kleineren Kommunen in der Zuständigkeit des Kreisjugendamts, also nicht nur für Xanten, sondern auch für Alpen, Schermbeck, Sonsbeck, Hamminkeln, Hünxe und Neukirchen-Vluyn, erklärte Markus. Dass es auch anders gehe, zeigten die städtischen Jugendämter in Dinslaken, Voerde oder Wesel, die keine Stichtagsregelung hätten. Eine Abschaffung sorge für mehr Familienfreundlichkeit, sagte Markus.

(wer)