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Xanten/Sonsbeck: Wiedersehen auf dem Spielplatz

Kinderglück trotz Corona-Krise : Wiedersehen auf dem Spielplatz

Es ist wieder gemeinsames Klettern möglich. Wir haben uns auf zwei Spielplätzen in Sonsbeck und Xanten umgeschaut. Zu sehen gab’s glückliche Kinder und Mamas, die sich an die Regeln hielten.

Mit einem breiten Grinsen steigt Emil die Sprossenleiter hinauf. Lange musste der zweieinhalbjährige Junge auf diesen Augenblick warten. „Er ist so froh, dass er wieder im Freien klettern kann“, sagt Lena Stevens, während sie zu ihrem Sohn geht, um ihm zu helfen. Auch andere Kinder strahlen an diesem Donnerstagvormittag auf dem Xantener Spielplatz zwischen dem Ostwall und der B 57 mit der Sonne um die Wette.

Felipe und Fynn, beide 15 Monate alt, haben sich fast acht Wochen nicht gesehen. Wegen der Vorgaben der Corona-Pandemie verzichteten ihre Mütter auf die regelmäßigen Treffen. Jetzt gibt’s ein Wiedersehen im Sand. Chantal und Fynn Tepass sind mit dem Auto aus Büderich zur „kleinen Holz-Römerstadt“ in den Kurpark gekommen. Auf dem Spielplatz ist noch nicht viel los. Der Mindestabstand von 1,5 Metern ist locker einzuhalten. „Man merkt, dass einige Frauen zurückhaltender sind und nicht gleich ein Gespräch anfangen, wie es sonst auf einem Spielplatz der Fall ist“, meint Tepass. Auch Freundin Nadina Große stellt ein distanzierteres Verhalten fest. Für die beiden sind die Lockerungen der Regierung okay. Langsam müsse man zurück ins normale Leben. Tepass, die bei den Damen 30 von Viktoria Alpen Tennis spielt, ist froh, mit dem Schläger auf den Platz zurückkehren zu können.

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Ein paar Meter entfernt ist Emil die Kletter-Freude weiter anzusehen. Lena Stevens sagt, dass es gut sei, dass die Spielplätze wieder offen sind: „Jeder weiß jetzt, wie er sich verhalten soll.“ Sollte es zu voll werden, würde sie mit ihrem Sohn den Ausflug abbrechen, um den anderen Kindern Platz zu machen. Überhaupt findet sie den Fahrplan der Politiker zu den Lockerungen der Corona-Krise nachvollziehbar: „Man muss es jetzt ausprobieren. Niemand weiß, wann ein Impfstoff gefunden wird. Das kann eventuell noch Jahre dauern.“ Alle zwei Wochen „sollen die Experten Bilanz ziehen und die Infektionszahlen vergleichen“. Wenn die wieder hochschießen, „sollte man die Beschränkungen regionaler planen und nicht gleich landesweit wieder alles runterfahren“, findet Stevens.

Ortswechsel, Abenteuer-Spielplatz an der Sonsbecker Parkstraße. Das Thermometer zeigt 21 Grad an, es ist früher Nachmittag. Lia kommt mit Mama Silvana Santoro an. Das dreieinhalbjährige Mädchen nimmt Anlauf und macht einen Sprung in den Sandkasten. Endlich wieder da, endlich wieder toben unter freiem Himmel. „Als sie gestern Abend hörte, dass wir am nächsten Tag wieder auf den Spielplatz dürfen, wollte sie sofort hin“, sagt die Labbeckerin. Wenig später kommt Jasmin van der Linden an. Beide Frauen kennen sich – und sind erleichtert, sich wieder mit Blickkontakt unterhalten zu können. Zeit, ihren Zwillingen Nick und Finn viel Spaß zu wünschen, bleibt der Sonsbeckerin nicht. Die zwei sechs Jahre alten Jungs sind sofort weg. Der Kletterturm will schließlich zurückerobert werden.

Jasmin van der Linden hatte zunächst überlegt, erst Anfang nächster Woche zum Abenteuer-Spielplatz zu fahren, um dem ersten Andrang der „spielwütigen Kinder“ zu entgehen. Doch die Zwillinge wollten nicht mehr warten. Sie reagiert überrascht: „Es ist gar nicht so voll hier.“ Santoro ergänzt: „Dieser Spielplatz ist ohnehin sehr weitläufig, so dass man sich nicht zu nah kommt.“ Während Nick und Finn das Spielgerät wechseln, sprechen die Mütter über die anderen Corona-Lockerungen. Beide befürworten die Entscheidung. „Den Menschen ist mittlerweile bewusst, welche Vorschriften es gibt und wie man sich verhalten muss“, sagt van der Linden. „Sogar meine Kinder haben die Regeln verinnerlicht.“ Das gilt auch für die kleine Lia. „Sie weiß, dass langes Händewaschen sehr wichtig ist“, meint ihre Mama.

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