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Xanten: So reagieren RP-Leser auf den CDU-Streit

Leserforum : So reagieren RP-Leser auf den CDU-Streit

Die Bürgermeisterkandidatur und die Art der Wahlkampfführung beschäftigen Xantens Bürger. Eine Übersicht.

Bürgerfern

Als aktiver und allseits interessierter Xantener Bürger verstehe ich, dass drei CDU-Mitglieder sich zur Wahl ins Bürgermeisteramt ab 2020 bewerben. Das ist gelebte Demokratie. Wie öffentlich zu verstehen ist, werden durch Altvordere und andere politische Stiefelputzer, die ihre Pfründe schwimmen sehen, wenn nicht alles beim Alten bleibt, ein Klima geschaffen. Also geht man einen Wahlkampf an, der bei den Bürgern nur Unverständnis und Abscheu gegenüber der CDU erzeugt. Ich kann mich nur zu gut an bürgerfernes Verhalten des Bürgermeisters und einiger Politiker erinnern, als es um das Krematorium, das Ausbluten der Dörfer und weiteres ging. Gut gemeinte Vorschläge der Bürger wurden allzu oft im Stadtrat in der Luft zerrissen. Bürgernähe, Dialogfähigkeit und rationelles Handeln, also Politik für Bürger machen, das erwarten wir vom künftigen Bürgermeister – einem Manager, der sich auf eine gut aufgestellte Stadtverwaltung stützen kann.

H.-Peter Feldmann,
Xanten

Vorangebracht

Man fragt sich als Xantener, warum Tanko Scholten so agiert. Leser der RP konnten schon 2018 erahnen, dass er ohne Not einen eigenen Bürgermeisterkandidaten installieren wollte. Es wird keinen Bürgermeister geben, der fehlerfrei ist oder immer dem Willen der Fraktionen entsprechen kann. Das schaffte bisher keiner, weder Herr Trauten zusammen mit Herrn Thiele, noch Herr Strunk oder Herr Görtz! Nur eines steht fest – abgesehen davon, wen man mehr mag: Alle vier haben Xanten entscheidend vorangebracht.

Dass man in der Sache unterschiedliche Meinungen haben kann, ist normal, Herr Scholten. Für diese Erkenntnis braucht es keinen weiteren Bürgermeisterkandidaten, diese Weitsicht darf man von einem Vorsitzenden erwarten. Man muss Alfred Melters und Heinrich Grundlach beipflichten, das Amt hat schon jetzt Schaden genommen. Wenn man so weitermacht, dann stellt die CDU den nächsten Bürgermeister garantiert nicht mehr. Mit Rainer Groß (jetzt parteilos) stellt die CDU nicht weniger als drei Bürgermeisterkandidaten. Das Märchen, dass neue Firmen Hunderte neue Arbeitsplätze in Xanten zaubern, wird kein Kandidat anbieten können, diese Wundertüten gibt es nicht. Es wird der Weg der kleinen Schritte sein, jeder Händler und Gewerbebetrieb in der Stadt steht für Arbeitsplätze und Steuern in der Stadt. Wie kann Xanten den Handel und Luftkurort und das Gewerbe insgesamt weiter ausbauen? Die Wirtschaftsförderung ist ein Baustein, dem hat die jetzige Verwaltung exzellent Rechnung getragen! Wenn wir das nicht erkennen, dann wird auch die Marsstraße und Klever Straße in fünf Jahren so aussehen wie die Orkstraße (das als ein Beispiel). Was kann für die Gewerbegebiete erreicht werden? Die Verwaltung der Stadt ist trotz der Widerstände (Beispiel Kurpark) auf dem richtigen Weg, Herr Tanko Scholten!

Was wir als Stadt brauchen und wir Xantener Bürger uns wünschen, ist Personal-Kontinuität und keine neuen Kandidaten für das Bürgermeisteramt! Denn jeder Neuling muss sich erst einarbeiten, öffentliche Verwaltung und deren Instrumente lernt man nicht so einfach nebenbei, auch das ist eine Binsenweisheit.

Hubert Becker,
Xanten

Datenmissbrauch

CDU-Kreisvorsitzende Sabine Weiss hat es genau auf den Punkt gebracht. Viele Bürger in Xanten denken genauso! Bei diesem Streit in der CDU kann jeder deutlich erkennen, worum es eigentlich geht. Es geht hier um persönliche Interessen ohne Rücksicht auf Verluste! Es ist auch egal, ob die eigene Partei dabei Schaden erleidet! Innerpolitische Streitigkeiten werden an die Öffentlichkeit gebracht, nur um Vorteile für einen bestimmten Bürgermeisterkandidaten herauszuholen. Alte Xantener kennen diese Machenschaften aus der Vergangenheit nur zu gut. Wir als CDU-Mitglieder haben unsere Adressen und Daten ganz vertraulich dem Vorstand der CDU zur Verfügung gestellt! Wie kommen plötzlich altgediente CDU-Politiker (Ex- Vorsitzender und Ex-Bürgermeister) an die Adressen von Mitgliedern, um diese anzuschreiben, um negative Stimmung gegen Herrn Ingendahl zu machen? Vielleicht haben die Herren noch nicht mitbekommen, dass es in Deutschland ein Datenschutzgesetz gibt und der Missbrauch strafbar ist. Dieser inszenierte Wirbel hat nichts mehr mit Demokratie oder Christlichkeit zu tun! Ich hoffe, dass Frau Weiss ein Machtwort in diese Richtung spricht, damit endlich Ruhe und Fairness einkehrt.

Andreas Radovanovic,
Xanten

Sozialkompetenz

Was zeichnet einen guten Rathaus-Chef aus? Wir als Bürger sollten uns diese Frage vor allem jetzt stellen, wo die Diskussion um die Bürgermeisterkandidaten entbrannt ist. Sicherlich reicht es nicht, als Diplom-Verwaltungswirt etwas von der Pike auf gelernt zu haben. Vielmehr gehört dazu, dass man auf das bürgerliche Begehren achtet, authentisch und ehrlich ist. In den vergangenen Jahren habe ich dies oft vermisst. Ich denke da unter anderem an das Projekt Kurpark, die Aktion Fahrradstraße in Vynen und an den geplanten Bau eines Krematoriums. Letzteres hat zu viel Aufregung in der Bevölkerung und zu unnötigen Kosten für Privatleute und Gewerbetreibende in Birten geführt. Hinzu kommen die Kosten, die die Stadtverwaltung zu tragen hatte.

Die desolate Haushaltslage der Stadt zeigt auch, dass die Situation in den letzten Jahren nicht besser geworden ist. Wieso die Rücklagen aufgebraucht sind, ist wahrscheinlich kompliziert. Auch möchte ich als Bürgerin nicht darüber nachdenken, wie hoch die Ausgaben für den neuen Chefsessel und das Interieur im neuen Bürgermeisterbüro waren. Dagegen waren die Gerichtskosten wegen des Krematoriums sicher nur Peanuts. Eine Verwaltung zu leiten ist die eine Sache. Wenn man schon lange Jahre zuvor Kämmerer der Stadt war, hat man die Mitverantwortung über die Finanzlage auch schon vor Amtsantritt. Was macht also einen guten Bürgermeister aus? Fachlich wächst man mit den Aufgaben, eine Sozialkompetenz hat man oder man hat sie nicht.

Susanne Hochstrat,
Xanten

Verlässlich

Als langjähriger, ehemaliger Leiter der Hagelkreuzschule Lüttingen habe ich Thomas Görtz sowohl in seiner Funktion als Ersten Beigeordneten und ganz besonders in den letzten Jahren als Bürgermeister in vielen Situationen als zuverlässigen Partner kennen und schätzen gelernt.

Alle Angelegenheiten, welche zwischen Schulgemeinschaft und Schulträger in dieser Zeit zu klären und zu entscheiden waren, konnten stets vertrauensvoll und im gegenseitigen Einvernehmen zum Wohle unserer Kinder mit seiner Unterstützung auf den Weg gebracht werden. Daher braucht die CDU nach meiner Überzeugung auch künftig einen Bürgermeisterkandidaten, der aufgrund seiner fachlichen Kompetenz, seiner Erfahrung in Verwaltungsangelegenheiten und nicht zuletzt wegen seiner Verlässlichkeit unsere Stadt zusammen mit uns Bürgern engagiert und innovativ weiterentwickeln möchte und kann. In der Podiumsdiskussion am 5. November konnte Herr Görtz alle diese Attribute souverän nachweisen. In seinen selbstkritischen, ehrlichen und überzeugenden Statements konnte er die Mehrheit der Anwesenden – und hoffentlich auch die Mehrheit seiner Parteikollegen – nach meinem Empfinden in allen Sachfragen vollends überzeugen. Für mich jedenfalls heißt unser jetziger und hoffentlich neuer Bürgermeister Thomas Görtz.

Johannes Munkes,
Xanten

(RP)