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Xanten: So bestimmt die CDU ihren Bürgermeisterkandidaten für die Wahl 2020

Wahl des Bürgermeisterkandidaten : CDU plant mehrere Rededuelle mit Görtz und Ingendahl

Der Fahrplan steht fest: Xantens Bürgermeister Görtz und Herausforderer Ingendahl stellen sich mehrmals den Fragen der Bürger, bevor die CDU-Mitglieder einen von beiden zu ihrem Kandidaten für die Wahl 2020 bestimmen.

Die CDU in Xanten will im November entscheiden, ob sie mit Amtsinhaber Thomas Görtz oder einem anderen Bewerber als Bürgermeisterkandidat in die Kommunalwahl 2020 gehen wird. Dafür will sie die Bevölkerung stärker einbeziehen als früher. Görtz und sein Herausforderer Daniel Ingendahl sollen sich zunächst auf drei öffentlichen Podiumsdiskussionen den Fragen von Bürgern stellen, bevor die CDU-Mitglieder eine Woche später auf einer sogenannten Aufstellungsversammlung bestimmen, wer der Bürgermeisterkandidat der Christdemokraten wird. Darauf hat sich der erweiterte Vorstand geeinigt, wie der Stadtverbandsvorsitzende Tanko Scholten unserer Redaktion mitteilte.

Damit soll eine monatelange Debatte innerhalb der Partei beendet werden. Götz hatte Anfang des Jahres angekündigt, dass er 2020 wieder antreten wird und um die Unterstützung seiner Partei geworben. Der Stadtverbandsvorstand stellte sich aber nicht hinter ihn, sondern machte klar, dass die Mitglieder der Xantener CDU entscheiden sollten, wer der nächste Bürgermeisterkandidat der Christdemokraten wird. Im Juni kündigte der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Ingendahl an, dass er kandidieren wolle. Weitere Bewerber sind bisher nicht an die Öffentlichkeit getreten.

Im erweiterten Vorstand sei über den Fahrplan für die Wahl des Bürgermeisterkandidaten intensiv diskutiert worden, sagte Scholten. Die CDU wolle das Verfahren so transparent wie möglich gestalten. „Parteipolitik funktioniert heute anders als früher“, sagte Scholten. „Viele Menschen wollen einbezogen werden.“ Vor fünf Jahren war es noch so gewesen, dass sich die beiden damaligen Kandidaten, Thomas Görtz und Rainer Groß, nur den Mitgliedern der CDU vorgestellt hatten.

Die drei öffentlichen Podiumsdiskussionen sind an unterschiedlichen Wochentagen und verschiedenen Orten geplant, damit möglichst viele Menschen die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen und die Bewerber kennenzulernen, sagte Scholten. Die Termine sind: Dienstag, 5. November, Mittwoch, 13. November, und Donnerstag, 21. November. Die Podiumsdiskussionen sollen in Xanten und in zwei Ortsteilen stattfinden. Die Kandidaten erhielten zunächst die Gelegenheit, sich vorzustellen, bevor sie auf Fragen aus dem Publikum antworten, erklärte Scholten. Ein Moderator werde durch den Abend führen. Eine Versammlung solle 60 bis 90 Minuten dauern.

Die beiden Kandidaten begrüßten den beschlossenen Fahrplan. Natürlich müssten sie auf den Podiumsdiskussionen mit unangenehmen Fragen aus dem Publikum rechnen, auf die sie sich nicht vorbereiten könnten, sagte Görtz. Aber wer Bürgermeister werden wolle, müsse mit solchen Situationen zurechtkommen. „Ich bin es gewohnt.“ Es sei richtig, die Bevölkerung stärker einzubeziehen, sagte Ingendahl. Der Vorstand habe sich auf ein gutes, transparentes Verfahren geeinigt. Er gehe davon aus, dass sich die Reihen der CDU dadurch wieder schließen ließen.

Zuletzt wirkte der Stadtverband gespalten. Eine Gruppe um Alt-Bürgermeister Alfred Melters rief den Stadtverband deshalb zur Geschlossenheit auf. Einwohner würden sie auf die Zerrissenheit ansprechen und erklären, dass sie eine solche Partei nicht wählen wollten. Die CDU müsse wieder eine Einheit werden, wenn sie Erfolg haben wolle, erklärte Melters. Sobald sich die Christdemokraten Ende November für Görtz oder Ingendahl entschieden haben, solle sich die gesamte Xantener CDU hinter diesen Bürgermeisterkandidaten stellen, forderte Scholten. Er jedenfalls werde die Entscheidung der Mitglieder akzeptieren.