Xanten: Schwimmfreunde und Stadt streiten ums Geld

Hallenbad in Xanten : Schwimmer und Stadt streiten ums Geld

Xantens Schwimmbad braucht eine neue Wasseraufbereitungsanlage. Die Schwimmfreunde wollen sich an den Kosten beteiligen, streiten aber mit der Stadt darüber, wer von der neuen Technik profitiert.

Das Modell ist aus vielen Städten bekannt: Das Schwimmbad in Xanten wird nicht von der Kommune betrieben, sondern von einem privaten Verein, und wer regelmäßig schwimmen gehen möchte, muss Mitglied sein. Dafür zahlen die Schwimmfreunde eine jährliche Nutzungsgebühr an die Stadt als Eigentümerin. Gleichzeitig erhalten sie von ihr einen Zuschuss zu den Betriebskosten, weil sie das Hallenbad instand halten und es auch von Schulklassen sowie anderen Sportvereinen genutzt wird.

Nun muss die Wasseraufbereitungsanlage durch eine neue ersetzt werden. Diese Investition muss die Stadt als Eigentümerin des Bades übernehmen. Allerdings sei sie nur dazu verpflichtet, eine Aufbereitungsanlage nach aktuellem Stand der Technik anzuschaffen, sagen Herbert van Hall und Daniel Ingendahl von den Schwimmfreunden. Sie würden dagegen eine Variante mit Salzelektrolyse bevorzugen. Dadurch steige die Wasserqualität, die Anlage lasse sich auch besser bedienen. Die Mehrkosten von fast 40.000 Euro gegenüber einer Aufbereitungsanlage mit Chlor wolle der Verein übernehmen. Die Kosten für die Stadt blieben bei 50.000 Euro, versichern van Hall und Ingendahl.

Trotzdem gibt es Streit. Durch die teurere Wasseraufbereitungsanlage würden die Betriebskosten vermutlich um mehrere Tausend Euro pro Jahr sinken, aber Verein und Stadt sind sich nicht einig, wer davon profitieren soll. Die eingesparte Summe gleichmäßig aufzuteilen, halten die Schwimmfreunde für unfair. „Wir investieren das Geld unserer Mitglieder, und die Stadt will davon profitieren“, kritisiert Ingendahl. Van Hall ergänzt: „Das Geld, das wir hier investieren, gehört nicht in die Stadtkasse, sondern ins Bad.“ Zumal die Pauschale der Stadt die Betriebskosten für die Schwimmzeiten der Schulklassen und Sportvereine nur „gerade so“ abdecke. Sollten die Kosten steigen, blieben diese Mehrkosten am Verein hängen, schimpft van Hall.

Die Stadtverwaltung widerspricht. „Wenn die Betriebskosten des Schwimmbades sinken, dann sollten die Betriebskosten auch für beide Partner sinken“, sagt Xantens Bürgermeister Thomas Görtz. Es könne nicht sein, dass Stadt und Verein zusammen Geld investierten, aber nur eine Seite davon profitiere. Die Verwaltung habe einen „legitimen Vorschlag“ über die Höhe des künftigen Zuschusses vorgelegt. Das sähen die Schwimmfreunde anders, sie seien empört, sagen Van Hall und Ingendahl. Schriftlich haben sie den Vorschlag der Stadt zurückgewiesen, versichern aber, dass sie ein „verlässlicher Partner“ beim Betrieb des Bades bleiben. Die Tür für einen Kompromiss scheint noch offen zu sein.

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