Xanten: Schwimmfreunde fordern größes Hallenbad

Schwimmfreunde Xanten : Verein wünscht sich größeres Hallenbad

Die Schwimmfreunde Xanten schlagen ein zweites 25-Meter-Becken vor, damit mehr Menschen das Hallenbad nutzen können. Allerdings müsste die Stadt dafür Geld in die Hand nehmen, und ihre Haushaltslage ist jetzt schon angespannt.

Die Schwimmfreunde Xanten haben bei der Stadt den Antrag gestellt, das städtische Hallenbad zu erweitern. „Wir meinen, dass man ein zweites 25-Meter-Becken einbauen sollte“, sagt Vereinsvorsitzender Herbert van Hall. Die Besucherzahlen seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das Hallenbad sei deshalb „stark ausgelastet“. Manchmal wollten Vereinsmitglieder schwimmen gehen, führen aber unverrichteter Dinge wieder nach Hause, weil im Becken schon „zu viel Betrieb ist“.

Das Hallenbad gehört der Stadt Xanten, wird aber seit 1999 von den Schwimmfreunden betrieben. Wer regelmäßig schwimmen gehen möchte, muss bei ihnen Mitglied sein und einen Beitrag zahlen. Außerdem nutzen Schulen, Sportvereine sowie die hiesige Volkshochschule und die Familienbildungsstätte Kalkar das Hallenbad. 2011 waren in Xanten etwa 67.000 Besucher schwimmen, 2017 rund 82.000, wie van Hall sagt.

„Die Zahlen werden weiter steigen, wenn das Hallenbad erweitert wird“, meint er. Die Nachfrage sei vorhanden. Die Schulen hätten sich bei den Schwimmfreunden nach weiteren Kursen erkundigt. Hotels und die Jugendherberge meldeten sich regelmäßig beim Verein, weil auch ihre Gäste das Hallenbad nutzen wollten. Außerdem habe er festgestellt, dass wieder mehr Eltern mit ihren Kindern schwimmen gingen. „Ein zweites Becken wäre angebracht“, sagt van Hall. Bisher gibt es ein 25-Meter-Becken mit vier Bahnen und ein zehn mal zehn Meter großes Nichtschwimmerbecken.

Xantens Stadtrat hat den Antrag der Schwimmfreunde in den zuständigen Ausschuss für Schule, Sport und Kultur verwiesen. Im März stehen die Beratungen und eine Entscheidung an. Noch ist unklar, wie viel eine Erweiterung kosten würde und ob sich die Stadt das leisten will. Xantens Haushaltslage ist angespannt. Kämmerer Stephan Grundmann rechnet bereits mit deutlich mehr Schulden in den nächsten Jahren, weil die Politik den Bau einer Mehrfachturnhalle und die Erweiterung des Stiftsgymnasiums diskutiert.

Die Investition in ein zweites Schwimmbecken müsse die Stadt aber nicht allein finanzieren, sagt van Hall. Das habe Kevelaer zum Beispiel auch nicht: Dort ist das Schwimmbad um ein neues Mehrzweckbecken erweitert worden. Von den Baukosten von über 3,25 Millionen Euro blieben nach Angaben der Verwaltung rund 1,6 Millionen Euro bei der Stadt, den Rest übernahmen vor allem der Bund und auch der Bäderverein. Er gehe davon aus, dass auch Xanten Fördergelder für eine Erweiterung des Hallenbades bekommen würde, sagt van Hall. Die Verwaltung müsse diese Möglichkeit prüfen. Außerdem werde sich der Verein an den Baukosten beteiligen, versichert der Vorsitzende der Schwimmfreunde. Der Vorstand des knapp 2000 Mitglieder starken Vereins stehe hinter dem Antrag. „Eine Erweiterung des Hallenbades ist machbar“, sagt van Hall. „Aber man muss den Willen dazu haben.“

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