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Xanten: Schulleiter sprechen mit Lokalpolitikern über Investitionen

Investitionen in Schulen : Neue Sporthalle bleibt Reizthema

Die Haushaltsdebatte in Xanten versetzt Schulleiter in Sorge. Deshalb baten sie Vertreter der Ratsfraktionen zum Gespräch. Reizthema bleibt eine neue Sporthalle.

Ein „angenehmes und konstruktives Gespräch“, fasste Franz-Josef Klaßen das Treffen am Donnerstagabend von vier Schulleitern mit Vertretern der Lokalpolitik zusammen. Thema waren künftige Investitionen in die Schulen. In einem Brandbrief hatte der Direktor des Stiftsgymnasiums gemeinsam mit Kollegen der Gesamtschule und der Grundschulen Anfang April von „großer Sorge“ gesprochen, weil der Haushalt 2019 der Stadt im Rat keine Mehrheit gefunden hatte. Damit würden für die „Schulen und ihre Schülerinnen und Schüler dringend notwendige Maßnahmen verhindert.“ Die Pädagogen hatten zugleich die Lokalpolitik zu einem Gespräch eingeladen, um ihre Position darzulegen. Auch eine Vertreterin der Stadt nahm daran teil.

CDU, SPD, FBI und Linke ließen sich aus Sicht der Schulen noch einmal genau erläutern, warum die Stadt in bauliche Erweiterungen, IT-Ausstattung, Brandschutz und Modernisierungen investieren müsse. „Die Signale gingen dahin, dass die Politik die Bildungsarbeit unterstützt“, sagte Klaßen am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. „Auch für eine neue Sporthalle wurde das weitgehend so gesehen.“

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Nur in der Frage einer von der SPD geforderten weiteren Mehrfachturnhalle soll es nach Information der Redaktion unterschiedliche Ansichten darüber gegeben haben, ob der Stadt 50.000 Euro für erste Planungen in den Haushalt zur Verfügung zu stellen sind. Demnach seien vereinzelt Befürchtungen geäußert worden, dass das Projekt schon allein wegen fehlender öffentlicher Zuschüsse nicht zu realisieren sei. Ähnliches hatte Christdemokrat Tanko Scholten bereits im März im Rat gesagt.

Olaf Finke (SPD) bezeichnete das Gespräch als „wichtig und notwendig“, um sich auszutauschen. „Man denkt manchmal nebeneinander her.“ Das könnten solche Treffen ändern. „Man muss es hinkriegen, ohne dass vorher eine Katastrophe eintritt.“ Auch sein Pendant von der CDU, Pankraz Gasseling, zog eine positive Bilanz. Man habe zusätzliche Informationen über Bedarf und künftige Veränderungen erhalten, zum Beispiel wegen der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren statt bisher acht Jahren. Seine Fraktion werde am 13. Mai über den neuen Haushaltsentwurf beraten. Dann wird sich die CDU entscheiden müssen, ob sie den von der SPD geforderten 50.000 Euro für die Planung einer Sporthalle ohne Wenn und Aber zustimmt. Im März war dies noch nicht der Fall gewesen.

Für FBI-Fraktionschef Peter Hilbig gehören die 50.000 Euro ohne einen Sperrvermerk in den Haushalt. Er sprach sich für eine „rechtzeitige und sorgfältige Planung der Turnhalle“ aus. Das sei sinnvoll und notwendig. „Der Bedarf für weitere Sportflächen für unsere Schulen ist unbestreitbar.“ Die Erfahrungen der vergangenen Jahre, als bei einigen Projekten die Kosten den Planungen zum Zeitpunkt der Entscheidung deutlich weggelaufen seien, zeige, dass bessere und möglichst genaue Werte als Grundlage für Entscheidungen für Neubau, Erweiterung oder sonstige Alternativen wichtig seien.

Gespräche von Schulleitungen und Politik soll es künftig öfter geben, „anlassbezogen“, sagt Klaßen, etwa im Zuge der Haushaltsberatungen. Das Stiftsgymnasium will in der kommenden Woche auch Elternpflegschaft und der Schulkonferenz, bestehend aus Vertretern von Eltern, Lehrern und Schülern, gesondert über das Treffen informieren.