1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Xanten: Schützenhaus für Birtens Jugend aufgepeppt

Jugendtreff im Schützenhaus : Für Birtens Jugend aufgepeppt

Der Bürgerschützenverein und die St.-Viktor-Schützen haben den Jugendraum in Birten renoviert. Jetzt finden Kinder und Jugendliche das passende Ambiente zum Spielen und Chillen. Das Betreuungsangebot soll ausgeweitet werden.

Ob für eine Partie Air-Hockey, ein kleines Kicker-Turnier oder einfach zum Abhängen und Quatschen mit Freunden – der Jugendraum im Schützenhaus an der Gindericher Straße ist der Treffpunkt für die Jugend aus Birtens. „Wir treffen uns sehr gern hier“, sagen etwa Noah Angenendt (11), Nils Hußmann (11) und Mia Ritter (11), die regelmäßig zum Spielen vorbeikommen. Auch die Jugendlichen Timo Lorenz (15) und Ayleen Gindele (14) sind häufige Gäste. Sie mögen es, in dem Raum mit Freunden zu „chillen“, wie sie erklären.

So beliebt war der Raum bei der Jugend aber nicht immer. Viele Jahre war die Nachfrage eher mau. Deshalb haben die St.-Viktor-Bruderschaft und der Bürgerschützenverein, die gemeinsam Träger des Schützenhauses sind, ordentlich reingeklotzt, den Raum umfassend renoviert und so ein passendes Ambiente für Kinder und Jugendliche geschaffen.

Mit Stolz blickt Brigitte Greeven, zweite Kassiererin im Trägerverein und Ansprechpartnerin für den Jugendraum, auf das Ergebnis: „Die Jugendlichen fühlten sich nun wohl. Viele Kids treffen sich jetzt jede Woche hier.“

Herzstück des Raumes ist die neue Küche, die von dem Birtener Schreinermeister Hans-Georg Angenendt angefertigt und zusammen mit Christoph van Bebber aufgebaut wurde. Regelmäßig werden hier Plätzchen oder Pizzen gebacken, um sie dann gemeinsam in der „Chilloutzone“ zu verdrücken. In dem Bereich stehen neben einer gemütlichen, modernen Couch helle Möbel, Lampen und Deko für entspannte Treffen bereit. Die Liebe fürs Detail wird von den Wänden, die mit hübschen Malarbeiten dekoriert wurden, bis zu den bunten Blumentöpfen deutlich. Auch einen Fernseher gibt es in der „Chilloutzone“, um auch gemeinsame Filmabende planen zu können.

Mehr Action ist am Billardtisch, an der Tischtennisplatte, am Air-Hockeytisch oder an der Playstation angesagt. Vor dem Schützenhaus lockt zudem ein Basketballfeld dazu, die Spiele gelegentlich an die frische Luft zu verlagern.

Finanzielle Unterstützung gab es unter anderem von der Volksbank Niederrhein, die für den Bau der Küche 2500 Euro gesponsert hat. Die neue Einrichtung wurde durch viele weitere private Spenden finanziert. Auch der Kreis Wesel und die Sozialstiftung Xanten haben die Modernisierung mit Zuschüssen unterstützt.

Für das Tüpfelchen auf dem i bei der Gestaltung sorgten aber die Kinder selbst. Sie haben ein Eingangsschild für den Jugendraum gestaltet und dafür Buchstaben und kleine Motive aus Holz ausgesägt. Angeleitet wurden sie dabei von Sophie Epping und Julia Moritz. Die 28-jährige Heilerziehungspflegerin Epping leitet seit elf Monaten die offene Jugendarbeit in Birten. Seit vier Wochen unterstützt sie die 24-jährige Kollegin aus Ginderich dabei. Gemeinsam bieten sie regelmäßige Bastel-, Back- oder Spieleangebote an, aber auch Karnevals- und eine Halloweenparty standen schon an.

Beide erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung vom Jugendamt des Kreises Wesel, der als Träger der örtlichen Jugendhilfe unter anderem für die Stadt Xanten und ihre Gemeinden zuständig ist. „Das Jugendamt stellt auch ein großzügiges Budget bereit, aus dem wir gerne schöpfen, wenn besondere Aktionen geplant sind“, sagen die Betreuerinnen.

Die Pandemie hat der Jugendarbeit allerdings erst einmal einen Dämpfer verpasst. „Von den sechs Stunden offener Jugendarbeit, die sich das Jugendamt wünscht, werden seit der Neueröffnung nach der coronabedingten Zwangspause bisher zwei geleistet“, erklärt Epping.

Der Birtener Jugendraum ist immer mittwochs von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Das Angebot, das durch die Mitarbeit von Eltern bereichert wird, soll aber schon bald weiter hochgefahren werden, ergänzen Epping und Moritz. Sie hoffen dadurch, noch mehr Stammgäste gewinnen und auch jüngere Kinder ansprechen zu können. Das Ambiente dafür ist zumindest schon mal geschaffen.