Xanten: Schülersprecher erklären, warum ihre Schule cool ist

Interviews mit Xantener Schülersprechern : „Deshalb ist unsere Schule cool“

Eltern können nun ihre Kinder für die weiterführenden Schulen anmelden. Für die Mädchen und Jungen beginnt dann im Sommer ein neuer Lebensabschnitt. Was erwartet sie? Wir haben Schüler an Gesamtschule, Marienschule und Gymnasium gefragt.

Gesamtschule Xanten-Sonsbeck

„Jeder fängt klein an und kann sich steigern“

Al Hassan Chaaban (15) und Lena Worm (14) erklären das Lernsystem der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck. Sie sind die Schülersprecher.

Frage Erinnert ihr euch noch, warum ihr euch für die Gesamtschule entschieden habt?

Lena Worm Ich habe überlegt, ob ich aufs Gymnasium oder auf die Gesamtschule gehe. Es gibt immer noch Vorurteile gegenüber der Gesamtschule, und ich wollte später nicht schlechtere Chancen haben, wenn ich mich bei Firmen bewerbe. Aber es war die richtige Entscheidung, zur Gesamtschule zu gehen.

Warum?

Worm Ich habe mir dadurch alle Wege offen gehalten. Ich war in der Grundschule schlecht, aber in der sechsten, siebten Klasse wurde das besser. Ich habe gemerkt, dass es mir wichtig ist, wie meine Noten ausfallen. Jetzt habe ich einen guten Durchschnitt und werde nach der zehnten Klasse in die Oberstufe gehen, um mein Abi zu machen.

Das wäre an einer anderen Schule anders gewesen?

Worm Für mich ist das Lernsystem an der Gesamtschule super. Die Aufgaben im Unterricht bekommen wir in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen, und wir können selbst aussuchen, in welcher Schwierigkeitsstufe wir eine Aufgabe lösen.

Al Hassan Chaaban Wenn Schwierigkeitsstufe 2 mir zu schwierig ist, mache ich Stufe 1, wenn mir die Stufe 2 zu leicht ist, mache ich Stufe 3. Dadurch lerne ich, mich selbst einzuschätzen. Jeder hat die Möglichkeit, mit seinen Fähigkeiten Erfolge zu erzielen.

Worm Ich kann mich verbessern. Ich fange mit leichten Aufgaben an und steigere mich. Wenn dagegen der Lehrer die Aufgaben vorgibt und sie mir zu schwierig sind, komme ich im Unterricht nicht mit und lerne es nicht richtig.

Wie schnell habt ihr euch an dieses System gewöhnt?

Chaaban Das dauerte nicht lang. Man fängt mit Schwierigkeitsstufe 1 an und tastet sich langsam vor.

Worm Das System ist uns gut erklärt worden. Ich habe es schon nach einer Woche verstanden und glaube nicht, dass Schüler damit Probleme haben.

Ist es euch unangenehm, wenn ihr nur Schwierigkeitsstufe 1 löst?

Chaaban Nein. Es ist nicht so wichtig, wie gut jemand ist, das spielt unter uns Schülern keine Rolle. Wir wissen: Jeder fängt klein an und kann sich steigern.

Marienschule Xanten

„Neue Schüler werden herzlich aufgenommen“

Emma Dießenbacher (14) und Lale Spickermann (15) sind die Schülersprecher an der Marienschule. Sie erklären, was das Besondere an einer Mädchenschule ist.

Frage Warum habt ihr euch für die Marienschule entschieden?

Emma Dießenbacher Bei mir war es von Anfang klar, dass ich auf die Marienschule gehen will, weil es eine kleine Schule ist – das ist gut für neue Schüler, sie werden sofort herzlich aufgenommen, wir sind eine Gemeinschaft.

Lale Spickermann Ich wollte erst gar nicht auf eine reine Mädchenschule gehen, weil ich in der Grundschule gern mit Jungs gespielt habe. Aber dann war ich am Tag der offenen Tür hier und habe mich sofort wohl gefühlt.

Was ist auf einer Mädchenschule anders?

Spickermann Man verhält sich anders, man kann so sein, wie man ist, man kann auch einen schlechten Tag haben und in Jogginghose zum Unterricht kommen. Es spielt keine Rolle, weil keine Jungs auf der Schule sind und deshalb der eigene Schwarm nicht in der Nachbarklasse sitzt.

Dießenbacher Wir gehen auch höflicher miteinander um. Wir fragen, wenn wir im Unterricht etwas trinken möchten oder wenn wir auf die Toilette gehen müssen, wir sagen auch Danke und Bitte. Wir hören oft von Freunden, die auf andere Schulen gehen, dass wir besser erzogen sind.

Wie war die Umstellung von der Grund- zur weiterführenden Schule?

Spickermann Ich musste in Englisch erst aufholen, was wir auf der Grundschule noch nicht gemacht hatten. Aber meine Lehrerin ist zu mir gekommen und hat gesagt, dass ich das schaffe, sie hat mich gefördert. Das ist auch in anderen Fächern so.

Dießenbacher Wenn jemand eine schlechte Note hat, fragen die Lehrer nach, warum das so ist und wie sie helfen können. Und unser Mathelehrer will uns auf die Oberstufe vorbereiten, er wiederholt deshalb mit uns auch den Stoff aus früheren Klassen, der wichtig ist, damit wir gute Chancen auf den weiterführenden Schulen haben.

Spickermann Die neuen Schüler bekommen auch einen Paten an die Seite. Diese Buddies sind Schüler der neunten Klasse, die den Jüngeren helfen, wenn sie Probleme haben. Es gibt Themen, die möchte man nicht mit einem Lehrer besprechen, sondern lieber mit einem Mitschüler.

Stiftsgymnasium Xanten

„Diese Erfahrungen macht man vielleicht nie mehr“

Maarten Bandusch (16) und Eva Heidenreich (17) sind die Schülersprecher des Stiftsgymnasiums. Sie erklären, warum sie gern zur Schule gehen.

Wie schwer ist es am Gymnasium? Müsst ihr viel lernen?

Maarten Bandusch Ich habe in der Schule noch nie Schwierigkeiten gehabt, auch in der Grundschule nicht. Das hat sich auf dem Gymnasium fortgesetzt. Wenn man im Unterricht vernünftig aufpasst und seine Hausaufgaben macht, dann lernt man die ganze Zeit – wenn nicht, muss man vor einer Klausur eben mehr lernen.

Eva Heidenreich In den oberen Klassen muss man sich selbst darum kümmern, dass man genug lernt. In den unteren Klassen wird man aber noch stärker von den Lehrern dabei angeleitet.

Bandusch Das hat mich damals überrascht, als ich auf die Schule kam. Eigentlich heißt es ja, dass ein Gymnasium ein bisschen wie eine Universität ist. Aber in den unteren Klassen schauen die Lehrer noch sehr darauf, ob die Schüler klarkommen und wie sie helfen können.

Warum habt ihr euch fürs Gymnasium entschieden?

Heidenreich Wegen des breiten Fächerangebots. Wir können Informatik mit ins Abitur nehmen, wir haben auch Leistungskurse in Physik und Chemie. Insgesamt haben wir eine sehr gute Auswahl, um unser Abitur zusammenzustellen.

Bandusch In der achten Klasse haben wir auch einen Wahlpflichtbereich, in den wir Fächer wie „Junge Ingenieure“ oder „Bio Plus“ wählen können. Das sind Fächer, die anders sind als normaler Unterricht. Im Fach „Junge Ingenieure“ haben wir zum Beispiel gelernt, einen Lego-Roboter zu programmieren, und wir haben ein Stahlwerk besucht. Das war sehr gut.

Heidenreich Die vielen Klassen- und Austauschfahrten sind auch sehr gut. Das fängt mit einer Art Teambuilding-Fahrt in der sechsten Klasse an. Wir waren klettern und mussten uns gegenseitig absichern, das sind Vertrauensübungen.

Bandusch Es gibt auch eine Europaklasse mit Schülern von uns und Schülern aus anderen Ländern, die wohnen dann bei Familien hier in der Umgebung. Das Gymnasium hat dafür Partnerschulen in ganz Europa.

Heidenreich Außerdem machen die Klassen eine Europafahrt. Ich war in Montenegro, dorthin wäre ich sonst nie gefahren. Auf den Fahrten sieht man viel und macht Erfahrungen, die man vielleicht nie mehr so einfach im Leben machen kann.

Mehr von RP ONLINE