Rotary Club sucht weitere Spender Dorf hat endlich einen Brunnen – dank Hilfe aus Xanten

Xanten/Bely · Der Xantener Rotary Club hat den Menschen im westafrikanischen Bely dabei geholfen, dass der Ort endlich einen Brunnen hat. Dadurch profitiert auch die Schule im Dorf. Aber damit soll die Unterstützung nicht enden.

 „Das Wasser läuft!“: Die Dorfbewohner von Bely müssen jetzt nicht mehr weitere Fußmärsche zurücklegen, sondern können sich vor Ort Wasser holen.

„Das Wasser läuft!“: Die Dorfbewohner von Bely müssen jetzt nicht mehr weitere Fußmärsche zurücklegen, sondern können sich vor Ort Wasser holen.

Foto: Rotary Club Xanten

Es war nur eine kurze Nachricht, und hätte sie einen anderen Absender gehabt, wäre es eine banale Botschaft gewesen: „Das Wasser läuft!“ Aber die Nachricht kam aus Bely, einem Dorf im afrikanischen Staat Guinea. „Eine großartige Nachricht, denn dieses Wasser macht Schule!“, freut sich Andreas Becker vom Rotary Club Xanten. Er leitet ein Schulprojekt in Bely.

Der Rotary Club Xanten setzt sich seit Februar 2020 dafür ein, dass es in dem Dorf wieder eine Schule gibt – sie war jahrelang geschlossen gewesen. Es sei auch gelungen, drei Lehrer zu engagieren, berichten die Rotarier. 130 Schülerinnen und Schüler hätten dadurch zum Teil zum ersten Mal in ihrem Leben die Möglichkeit, zur Schule zu gehen, Lesen und Schreiben zu lernen. „So bekommen sie eine Chance, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.“

Aber die Zukunft der Schule hängt auch von der Wasserversorgung im Ort ab, wie der Rotary Club erklärt. Das Dorf liege weit entfernt von jeder größeren Stadt, es habe dort noch nie einen Brunnen gegeben, geschweige denn fließendes Wasser. Kilometerlange Fußmärsche seien notwendig gewesen, um zur nächsten Wasserquelle zu gelangen. „Dass es kein Wasser in der Nähe gab, war zunächst aus hygienischen Gründen besonders in Corona-Zeiten kritisch“, erklärt Becker. „Wir sahen aber auch das Risiko, dass die Lehrer aufgrund der schwierigen Lebensbedingungen wieder abspringen.“ Zwar war 135 Meter tief nach Wasser gebohrt und auch ein Wasserturm errichtet worden. Das habe die Dorfgemeinschaft selbst realisiert, erklärt Becker. Jedoch habe ihr das Geld gefehlt, um eine solarbetriebene Wasserpumpe anzuschaffen. Was also tun?

Die Xantener Rotarierer hatten sich schon dazu verpflichtet, langfristig mit rund 4000 Euro pro Jahr für die Finanzierung der Schule zu sorgen. Durch die Corona-Pandemie habe es aber keine Möglichkeit gegeben, mit Benefizveranstaltungen für eine Unterstützung der Projekte zu werben, erklärt Becker. Eine zusätzliche, kurzfristige Investition für die Wasserversorgung in Bely habe die finanziellen Möglichkeiten des Clubs überstiegen. Aber durch einen öffentlichen Spendenaufruf – auch unsere Redaktion hatte darüber berichtet – und das Engagement der Münsteraner Hilfsorganisation Step-by-Step habe die Wasserpumpe installiert werden können.

Damit soll die Unterstützung aber nicht enden. „Um dieses Projekt, das so toll gestartet ist, langfristig auf stabile Beine zu stellen, suchen wir weitere Förderer und Paten“, erklärt Becker. „ Auch mit überschaubaren finanziellen Mitteln kann sehr viel bewirkt werden.“

Der Rotary Club Xanten habe in seinem Hilfsfonds die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft geschaffen. Schon mit einem monatlichen Spendenbeitrag von zehn Euro könne jeder und auch jedes Unternehmen helfen. Die Spenden gingen zu 100 Prozent in die Projekte, da jegliche Gebühren oder Verwaltungskosten vom Rotary Club übernommen würden. „So kommt alles direkt an, und für zehn Euro im Monat können beispielsweise vier Kinder in Bely einen Monat lang zur Schule gehen.“

(wer)
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