Soziales Engagement in Xanten 130 Kinder lernen dank Rotariern zu lesen

Xanten · Der Rotary Club Xanten hat in einem Dorf im afrikanischen Guinea ein Schulprojekt initiiert, das erfolgreich angelaufen ist. Nun suchen die Rotarier weitere Sponsoren.

 Blick in einen Klassenraum im westafrikanischen Dorf Bely: Im Hintergrund der Schüler sind zwei der insgesamt drei Lehrer zu sehen.

Blick in einen Klassenraum im westafrikanischen Dorf Bely: Im Hintergrund der Schüler sind zwei der insgesamt drei Lehrer zu sehen.

Foto: Rotary Club Xanten

Wenn es in Bely Regen gibt, dann regnet es monatelang. Aber diese „Jahreszeit“, die in Westafrika von etwa Mai bis September dauert, neigt sich dem Ende zu. So hat seit dem 4. Oktober auch wieder die Schule geöffnet, und rund 130 Kinder aus Bely und den umliegenden Dörfern freuen sich, wieder gemeinsam zu lernen. Das dies möglich ist, ist nicht zuletzt der Unterstützung des Rotary-Clubs Xanten zu verdanken.

Vor drei Jahren haben die Rotarier aus Xanten in dem kleinen Dorf im westafrikanischen Guinea ein Schulprojekt initiiert. „Denn in Bely existierte zwar ein Schulgebäude, aber für Lehrer und zur Erhaltung des Gebäudes hatten der Staat Guinea und auch die Eltern kein Geld“, erklärt der Rotary-Club. Deshalb habe es für die Kinder in und um Bely schon seit Jahren keine Möglichkeit gegeben, zum Beispiel Lesen oder Schreiben zu lernen.

Dank der Unterstützung von privaten Sponsoren und dem Rotary-Club Xanten gibt es nun schon im dritten Jahr wieder eine funktionierende Schule. 130 Kinder werden nun in fünf verschiedenen Niveaus unterrichtet. „Da das Gebäude nur drei Klassenräume hat, muss im Schichtbetrieb mit drei Lehrern gelernt werden: drei Klassen werden vormittags unterrichtet, zwei nachmittags“, berichtet der Rotary-Club.

Die Bevölkerung in Guinea sei sehr jung, aber der Staat sei arm. Längst nicht jedes Kind habe die Chance, eine Schule zu besuchen, so der Xantener Club weiter. Dabei sei die Grundbildung der jungen Menschen ein wichtiger erster Schritt und ein Schlüssel zur Lösung vieler Probleme in Afrika: „Kinderarbeit, Armut und die frühe Verheiratung von Mädchen kann verringert werden, wenn Jugendliche Lesen und Schreiben sowie einen Beruf erlernen“, verdeutlicht der Rotary-Club.

Das Angebot dieser Schulbildung könne helfen, dass in Guinea Perspektiven geboten würden. Statt sich auf den gefährlichen Weg nach Europa zu machen, um dort das Glück zu suchen, könne die Schulbildung helfen, dass die Jugendlichen in Guinea eine Chance sehen und in ihrem Land helfen, es weiterzuentwickeln.

„Das mag sehr optimistisch klingen“, gesteht der Rotary-Club, betont jedoch zugleich: „Aber das, was die Dorfgemeinschaft in den letzten drei Jahren mit der Unterstützung des Rotary-Clubs Xanten geleistet hat, ist großartig. Hier kann man den Erfolg von Hilfe zur Selbsthilfe in vielen Bereichen erkennen.“

Die Kinder und die Bewohner von Bely seien sehr dankbar für die Unterstützung aus Xanten und hätten im Rahmen ihrer Möglichkeiten tatkräftig mitgeholfen. Jetzt sorgten sie für den Betrieb einer Schulkantine, gruben einen Brunnen für die Wasserversorgung und installierten eine Solaranlage. „So entwickelt sich die Schule zu einem lebendigen Mittelpunkt für die umliegenden Dörfer“, resümieren die Xantener Helfer.

Es gibt einen Youtube-Kanal „Bely“, der einen Eindruck von der Freude am Lernen der Kinder und der Dankbarkeit der Dorfgemeinschaft vermittelt.

(beaw)
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