Xanten: Richtfest an der neuen Zentralrendantur

Richtfest: Zentralrendantur bald unter einem Dach

Am Donnerstag wurde das Richtfest beim Neubau am Xantener Dom gefeiert. Ab Juli 2019 sollen in dem Gebäude alle geldlichen Angelegenheiten der Dekanate Moers/Duisburg-West und Xanten geregelt werden.

Aus zwei mach’ eins: Mitte des nächsten Jahres werden die beiden katholischen Zentralrendanturen für die Dekanate Moers/ Duisburg-West und Xanten an einem Standort vereinigt. Architekt Jochen Wullers aus Münster zeigte sich am Donnerstag beim Richtfest des Neubaus am Xantener Dom jedenfalls äußerst zuversichtlich: „Wenn nichts Gravierendes dazwischenkommt, werden die geldlichen Angelegenheiten der Pfarren vom 1. Juli 2019 an im Kapitel geregelt.“

Die gut 30 Mitarbeiter, die bislang in Xanten und in Kamp-Lintfort die Liegenschaften, Investitionen, das Personal und die Buchhaltung regeln – Aufgaben die früher einmal selbst die kleinste Gemeinde in der Hand hatte – dürfen sich jedenfalls auf große, lichtdurchflutete Räume freuen. Und das keineswegs nur im Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Hauses, in dem die Schwestern der Mädchenschule wohnten, die im vergangenen Jahr ihren 200. Geburtstag feierte. Auch die alte Kapelle und die frühere Propstei, die beide unter Denkmalschutz stehen, werden in den Gebäudekomplex einbezogen.

„Ein Puzzle“ nennt das Wullers, der gemeinsam mit seinem Kollegen Manfred Frericks das Münsteraner Architekturbüro 4E (economy, ecology, esthetics, ethica für Ökonomie, Ökologie, Ästethik und verantwortliches Planen und Bauen) leitet. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäudeensemble, das zum Teil noch auf den Uraltmauern des zweiten Turms der Immunität steht, habe beim Bau immer neue Geheimnisse preisgegeben: Durchlässe, kleine Fenster, Nischen, selbst uralte Öfen mit feinen Mosaiken an der Rückseite. Verschwinden wird das alles nicht, eher neu ausgearbeitet und immer wieder mit großen Glasscheiben versehen – immer in enger Abstimmung mit dem Generalvikariat in Münster und den Denkmalschützern in Köln.

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An die hohen Räume einen adäquaten neuzeitlichen Gebäudetrakt anzuschließen, das war die große Aufgabe schon des Architektenwettbewerbs, den 4E im August 2016 gegen weitere zehn Bewerber gewonnen hatte. Zu Recht, wie gestern aus den Aussagen von Franz-Josef Lemmen und Tobias Faasen zu entnehmen war.

Der Leiter der Zentralrendantur und der Verwaltungsreferent der Propstei- und der Sonsbecker Maria-Magdalena-Gemeinde waren ebenso voll des Lobes wie die Vertreter des Kirchenvorstandes, Siegfried Kemkes und Heinrich Gundlach. Der Millionenaufwand (genaue Zahlen gibt es von der Kirche nicht) jedenfalls scheint sich zu lohnen. Auch Zimmermann Vitali Schefner aus Legden, der in Vertretung jener Dutzende am Bau beteiligten Handwerker sprach, schien es zu gefallen. Dass Kaplan Christoph Potowski, der für den erkrankten Propst Klaus Wittke den Segen sprach, beim Einschlagen des riesigen letzten Nagels etwas Zeit brauchte, wird den Bau kaum aufhalten.