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Xanten/Rheinberg: Salz-Initiative fordert Umweltverträglichkeitsprüfung

Erkundungsbohrungen in Xanten : Salz-Initiative fordert Umwelt-Prüfung

Die Bürgerinitiative der Bergbaugeschädigten kritisiert die unter dem Xantener Fürstenberg geplanten Erkundungsbohrungen. Es müsse ausgeschlossen werden, dass es Auswirkungen beispielsweise auf den Grundwasserhaushalt gebe.

Das Unternehmen K+S, Betreiber des Salzbergwerks in Borth, beantragt einen Explorationstunnel, um weitere mögliche Abbaugebiete untersuchen zu können (wir berichteten). Die Bürgerinitiative der Bergbaugeschädigten hat die Antragsunterlagen durchgesehen und fordert eine Umweltverträgichkeitsprüfung (UVP) für die Erkundungsbohrungen unterhalb des Fürstenberges in Xanten. Man wundere sich, dass dieser Antrag nun exakt in den Sommerferien beantragt werde und eine Frist bis zum 24. Juli für Einwendungen durch Träger öffentlicher Belange gesetzt worden sei, so die Initiative.

Geplant seien Explorationsstrecken von sechs Metern Höhe und elf Metern Breite auf einer Gesamtlänge von rund 3,5 Kilometern aufzufahren. Torsten Schäfer, Vorsitzender der Bürgerinitiative, kritisiert die Größe dieses Vorhabens: „Wir verstehen nicht, warum die Stollen in dieser Größenordnung für Erkundungsbohrungen notwendig sind. Vielmehr entsprechen sie denen der aktuellen Abbaustollen. Die Jahresfördermenge liegt je nach Winterbedarf zwischen einer und zwei Millionen Tonnen. Die für die Explorationsstrecken abgebaute Tonnage liegt nach Berechnung der Initiative ebenfalls bei etwa einer Million Tonnen und entspricht somit der Minimaljahresfördermenge.“ Man frage sich, ob der Abbau in den neu geplanten Gebieten fortgesetzt werden soll, und vermute, dass K+S die Notwendigkeit einer UVP umgehen und Fakten für eine Erweiterung des Salzabbaugebiets schaffen wolle. Dabei, so heißt es, habe K+S erst kürzlich den ursprünglich bis 2025 laufenden Rahmenbetriebsplan bis 2050 erweitert. Fehlende Abbaukapazitäten könnten daher als Argument nicht geltend gemacht werden. Bei dem geplanten Explorationstunnel handele es sich um eine Bergbautätigkeit außerhalb des genehmigten Gebietes. „Deshalb ist nach allgemeinem Rechtsverständnis eine UVP dringend erforderlich“, so die Initiative.

 Die Skizze zeigt, wo der Explorationstunnel verlaufen soll.
Die Skizze zeigt, wo der Explorationstunnel verlaufen soll. Foto: Bürgerinitiative
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Dafür spreche auch, dass mit Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt zu rechnen sei. Zudem gelte es, geologische Besonderheiten zu beachten, weil es sich bei der Hees um eine Moräne aus der vorletzten Eiszeit handele; Auswirkungen an der Oberfläche durch Abbau könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Bürgerinitiative sieht auch Gefahren für das archäologische Bodendenkmal „Doppellegionslager Vetera“ (niedergermanischer Limes). Die Firma Amprion habe davon abgesehen, ihre Stromtrasse durch das Gebiet zu führen. Das Bergamt als zuständige Aufsichtsbehörde dürfe diesen Antrag nicht zulassen“, so die BI.

www.salzbergbaugeschaedigte.de