1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Xanten/Rheinberg: Mit Gesellschaftsspielen das Gehirn trainieren

Experten aus Xanten und Rheinberg geben Tipps : Mit diesen Gesellschaftsspielen trainieren Sie Ihr Gehirn

Viele Gesellschaftsspiele sind nicht nur unterhaltsam und stärken die soziale Kompetenz, sie fördern auch logisches und strategisches Denken sowie Allgemeinwissen und Gedächtnisleistung. Wir stellen einige Experten-Empfehlungen vor.

Seit Beginn der Pandemie erleben Gesellschaftsspiele eine Renaissance. Wenn Veranstaltungen im Lockdown ausfallen müssen und nun auch Minustemperaturen zum Drinbleiben verdonnern, sorgen Spiele für Abwechslung und Kurzweil im Familienbund. Doch wie Spieletester Peter Neugebauer erklärt, können sie noch weiteres leisten: „Brettspiele sind weit mehr als ein netter Zeitvertreib, sie können auch unsere grauen Hirnzellen trainieren und viele unserer Kompetenzen schulen.“

Rund 40 Jahre lang war er Gymnasiallehrer und bot zahlreiche Spiele-AGs für seine Schüler an. „Zum einen werden durch Spiele die sozialen Kompetenzen entwickelt, selbst Schüler, die sonst eher zu den Außenseitern gehörten, waren plötzlich Teampartner und konnten mit ihren Fähigkeiten überzeugen“, sagt Neugebauer. Darüber hinaus ließen sich aber auch logisches Denken, taktisches Gespür, Weitsicht und Kreativität mit Spielen trainieren. „Man steht immer wieder neuen Aufgaben und Herausforderungen gegenüber, die man mit Geistesleistung lösen muss“, so der Spieletester.

  • Der Biergarten vom Schwarzen Adler in
    Corona-Regeln im Kreis Wesel werden gelockert : Die ersten Biergärten öffnen am Sonntag
  • Bisher ist Radfahren auf dem Orsoyer
    Tourismus und Hochwasserschutz in Rheinberg : Radweg auf dem neuen Deich ist denkbar
  • Robert Bossmann baut seit 20 Jahren
    Kälte verzögert die Ernte : Erdbeeren und Spargel frisch vom Feld

Ein wesentlicher Faktor sei der Spaß am Spiel. „Man merkt gar nicht, dass man lernt“, sagt Neugebauer. Doch gerade durch die positive Erfahrung verstärke sich der Lerneffekt. „Kann man durch eine richtige Antwort oder Lösung eines Problems beispielsweise ein Feld vorziehen, wird das Belohnungssystem angeregt und man verinnerlicht das Gelernte“, erklärt der Dozent der Volkshochschule.

Einen Boom erfahren derzeit sogenannte Escape-Spiele, wie Martina Bartussek vom Spielwarenhandel Hampelmann in Xanten erzählt. Bei diesen Brettspielen ist man auf einer Insel gestrandet, in einem Labor oder einer verlassenen Hütte gefangen und muss durch Rätselraten und Kombinationsaufgaben versuchen, zu entkommen. „Die benötigten Hinweise muss man sich aber auch erst erspielen, viele sind versteckt oder man muss um die Ecke denken“, sagt Bartussek. Das Besondere sei zudem, dass das Spielmaterial bei den Lösungsversuchen verändert werde, ergänzt Neugebauer. „Man muss es teilweise zerschneiden, falten oder beschriften, selbst die Verpackung kommt zum Einsatz.“

Dadurch lässt sich ein Escape-Spiel auch nur einmal benutzen. Den Erfolg trübt das nicht. „Die Reihe Exit – Das Spiel ist so beliebt, dass sie Monopoly nach Jahren als uneingeschränkter Erster als erfolgreichste Spielemarke abgelöst hat“, sagt Neugebauer.

Auf dem Vormarsch sind zudem sogenannte IQ-Spiele. Und dabei ist, so Bartussek, der Name Programm. Es gebe Varianten für Kinder, andere für Erwachsene, die meisten könne man alleine spielen. „Man muss bis zu 120 Aufgaben lösen, die immer schwieriger werden“, erklärt Andrea Adams vom Spielwarenhandel Nimmerland in Rheinberg. Die Aufgaben sind in einem Buch vorgegeben. Das Spielfeld kann ein Irrgarten sein, auf dem man einen Ritter zum Schloss führen muss, genauso wie ein magnetisches Logik-Puzzle aus sternförmigen Steinen, die in bestimmten Kombinationen zusammengesetzt werden sollen. „Hat man die ersten Aufgaben meist schon in Sekunden gelöst, können die späteren einen 30 Minuten und länger aufhalten“, sagt Neugebauer. Deshalb seien die Spiele auch für Erwachsene interessant. „Gesellschaftsspiele generell sind ein so akzeptierter Zeitvertreib, dass sie alle Altersgruppen ansprechen“, ergänzt Neugebauer.

Seiner Erfahrung nach werde bei modernen Brettspielen nur noch selten auf reines Glück gesetzt. „Heute werden Spiele bevorzugt, bei denen Köpfchen gefragt ist.“ Zwar gehöre ein gewisser Zufallsfaktor noch immer dazu, „der einem aber auch abverlangt, seine Spielzüge zu überdenken“, so der Spieletester.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Gesellschaftsspiele fördern die geistige Fitness