Zwei Gebiete bei Xanten, Alpen und Rheinberg K+S beantragt weiteren Salz-Abbau am Niederrhein

Xanten/Rheinberg/Alpen · Das Unternehmen K+S hat bei der Bergbehörde die Unterlagen für eine Erweiterung des bisherigen Salz-Abbaus eingereicht. Es geht um weitere Gebiete südlich von Xanten sowie zwischen Alpen und Rheinberg.

 Alz-Abbau im Bergwerk Borth (Archiv).

Alz-Abbau im Bergwerk Borth (Archiv).

Foto: Antje Seemann

Der Konzern K+S will am Niederrhein weitere Gebiete für den Abbau von Steinsalz erschließen. Deshalb hat das Unternehmen bei der zuständigen Bergbehörde einen Antrag eingereicht, um den Rohstoff auch südlich von Xanten sowie zwischen Rheinberg und Alpen zu gewinnen.

Das Bergwerk in Borth, das zu K+S gehört, baut seit rund 100 Jahren Salz am Niederrhein ab – in einer Tiefe von bis zu 1000 Metern. Es wird unter anderem als Auftau-, Speis- und Pharmasalz verwendet. Borth ist das einzige Steinsalzbergwerk in Nordrhein-Westfalen und hat rund 350 Beschäftigte.

Bei den eingereichten Unterlagen handelt es sich um einen neuen Rahmenbetriebsplan für das Steinsalzbergwerk und die Saline Borth. Der bisherige Plan von 1985 gelte nur für bestimmte Bereiche der bekannten Lagerstätte, erklärte K+S in einer Mitteilung am Mittwoch. Diese Bereiche seien in einigen Jahren vollständig abgebaut. Deshalb sollten nun weitere Gebiete erschlossen werden, um bis 2050 den Rohstoff weiter abbauen zu können. Es gehe darum, „die Zukunft des Salzbergbaus am Niederrhein zu sichern“.

Der Antrag für den neuen Rahmenbetriebsplan war von K+S lange angekündigt. Bei einem sogenannten Scopingtermin 2019 hätten Behörden, Kommunen und Umweltverbände erste Hinweise dazu gegeben, erklärte das Unternehmen. Seitdem seien umfangreiche Unterlagen erstellt und Gutachten in Auftrag gegeben worden, die die Auswirkungen des geplanten Bergbaus beleuchteten. „Sie umfassen unter anderem die zu erwartenden Senkungen an der Erdoberfläche sowie die Auswirkungen des Bergbaus auf Oberflächengewässer und Grundwasserspiegel, auf Hochwasserschutz, Tiere und Pflanzen.“ Die Unterlagen würden nun von der Bergbehörde – die Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg – auf Vollständigkeit geprüft, erklärte K+S.

Anschließend würden Träger öffentlicher Belange wie Behörden und Verbände sowie die Öffentlichkeit beteiligt. Sobald die eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen erörtert seien, werde die Bezirksregierung Arnsberg über den Antrag von K+S und die Zulassung des Rahmenbetriebsplans entscheiden. Es gehe um den sogenannten Planfeststellungsbeschluss.

Die Politik vor Ort und die Bürgerinitiative Salzbergbaugeschädigter setzen sich seit langem dafür ein, das Betroffene künftig besser vor den negativen Folgen des Salzbergbaus geschützt werden. Die Bürgerinitiative hatte K+S im Zusammenhang mit ihren Plänen mehrfach mangelnde Transparenz vorgeworfen.

(wer/bp)
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