Xanten, Rheinberg, Alpen und Sonsbeck profitieren endlich von Leader-Region

Projekte in Xanten, Rheinberg, Alpen und Sonsbeck : Die Region profitiert nun endlich von Leader-Mitteln

Nach holprigen ersten drei Jahren konnte der Regionsvorstand am Dienstag eine zufriedenstellende Förderbilanz für 2019 ziehen. Auch fürs nächste Jahr sind schon einige Projekte bewilligt. Doch die zur Verfügung stehenden Mittel werden knapper.

Zufriedenheit, aber auch ein wenig Erleichterung, herrschte am Dienstag in der Alpener Burgschänke. Dorthin hatte der Vorstand der Leader-Region „Niederrhein – natürlich lebendig“ eingeladen, um seine Bilanz für das Jahr 2019 vorzustellen, aber auch einen Blick in die Zukunft zu werfen. Und Leader-Regionalmanagerin Beate Pauls hatte gute Neuigkeiten mitgebracht: „Das vergangene Jahr war sehr arbeitsreich, in der Region ist viel passiert, wir konnten einige Projekte auf den Weg bringen und auch erfolgreich umsetzen.“

Das sei mit Blick auf die ersten drei Jahre nach dem Start im Jahr 2016 eine positive Entwicklung. „Die Anfänge waren sehr holprig, vieles war lange im Unklaren, wir waren kaum handlungsfähig.“ So hätten von 2016 bis 2018 insgesamt nur drei Projekte bewilligt werden können. „Nun läuft langsam, aber sicher, aber alles in die richtige Richtung“, sagt Pauls. Und das untermauert ein Blick auf die Zahlen. In 2019 konnte der feste Fördersatz von 65 Prozent für neun Projekte bewilligt werden, dem Vorhaben „Umweltbildung für alle – Inklusion inklusive“, das an der Wohnanlage St. Bernardin umgesetzt wird, wurden zudem zusätzliche Mittel bereit gestellt.

Zu den geförderten Projekten gehörten unter anderem die Installation der Nachbarschaftskoordinatoren in den vier beteiligten Kommunen, der Neubau des Skateparks in Sonsbeck, die Umrüstung des Xantener Nibelungenexpresses auf einen Elektro-Antrieb sowie der Vorgarten-Wettbewerb „Bunt statt grau“. Und auch für 2020 sind schon einige Mittel verplant. So wird ein Kletterturm für die dem SV Sonsbeck angehörigen „Klimpansen“ gefördert, auch der Bau des Mountainbike-Pumptracks in Rheinberg wird unterstützt. Und auf der Bönninghardt erhielten die Planer eines Walderlebnispfads einen positiven Förderbescheid.

Durch die nun deutlich gesteigerten Förderaktivitäten sind inzwischen aber auch knapp 90 Prozent der 1,8 Millionen Euro, die der Leader-Region bis 2022 zur Verfügung stehen, verplant. Genauer gesagt rund 1,61 Millionen Euro. Der Leader-Vorsitzende Leo Giesbers betont aber: „Das heißt aber nicht, dass bei uns nichts mehr zu holen ist. Einerseits kann es sein, dass bewilligte Mittel nicht abgerufen werden, andererseits könnten uns aus anderen Leader-Regionen noch Gelder zur Verfügung gestellt werden.“

Daher zeigen sich auch die kommunalen Vertreter mit dem zurückliegenden Jahr zufrieden. „In den Kommunen wird der Effekt von Leader jetzt sicht- und erlebbar, beispielsweise durch die Nachbarschaftsberater“, sagt etwa Sonsbecks Bürgermeister Heiko Schmidt. Sein Xantener Amtskollege Thomas Görtz betont, dass die Leader-Region einen positiven Wandlungsprozess durchlaufen habe. „So, wie wir gestartet sind, war es unfair. Denn die Vereine, für die die Mittel gedacht waren, waren sowohl mit dem Eigenanteil von 35 Prozent, als auch oft mit der Umsetzung überfordert.“ Daher seien schließlich die Kommunen vorangegangen, um Ideen aus Vereinen federführend umzusetzen.

Vorstandsmitglied Christiane Underberg sieht darin die eigentliche Botschaft: „Es ist ein richtiger Mix aus Ehrenamt und Verwaltung gefunden worden. Wir sind als Team nun in der Lage, Geld in die Hand zu nehmen und Ideen von konkret umzusetzen.“