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Xanten: Rhein-Deich in Wardt soll 2022 saniert werden

Hochwasserschutz in Xanten : Deich in Wardt soll ab 2022 saniert werden

Der Deichverband Xanten-Kleve bereitet die Ausschreibung des Auftrags vor. Ob das Baumaterial über Land oder auch über den Rhein angeliefert wird, ist noch offen. In Wardt wird eine Verkehrsbelastung befürchtet, wenn der Transport ausschließlich über Land erfolgen sollte.

In Xanten soll in den nächsten Jahren ein weiterer Deich-Abschnitt erneuert werden. Es geht um ein etwa 3,8 Kilometer langes Stück zwischen den Rhein-Kilometern 823,75 und 827,5, das sich von Lüttingen bis Wardt erstreckt. Die Arbeiten sollen im zweiten Quartal 2022 beginnen und nach zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein – wegen der Hochwassergefahr im Winter und Frühjahr müssen die Arbeiten vor allem im Sommer erfolgen. Der Deichverband Xanten-Kleve rechnet mit Kosten von etwa 19 Millionen Euro, wie Geschäftsführer Maximilian Pieper auf Anfrage sagte. 80 Prozent übernimmt das Land NRW. 20 Prozent muss der Verband selbst über seine Beiträge finanzieren.

In Wardt werden die Planungen mit Sorge beobachtet. Die Deichsanierung wird grundsätzlich begrüßt, und es wird davon ausgegangen, dass die Sanierung notwendig ist, wie der Verein „Wardt zusammen“ auf seiner Internetseite betont. Jedoch befürchtet er, dass der Transport des Baumaterials komplett über den Landweg erfolgen könnte. In diesem Fall rechnet der Verein mit bis zu 90 Sattelschleppern am Tag allein in Wardt. Er sieht darin „eine erhebliche Gefährdung“ für Anwohner, Besucher des Ortes und insbesondere für Radfahrer.

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Der Deichverband Xanten-Kleve hält die Schätzung von 90 Sattelschleppern pro Tag allein in Wardt für deutlich zu hoch und „nicht nachvollziehbar“, wie Pieper unserer Redaktion erklärte. Das Baumaterial könne auch über den Rhein oder andere Landwege zur Deich-Baustelle gebracht werden. Zwei Alternativen verliefen über Lüttingen, und diese Strecken böten eine „günstigere Verkehrsanbindung“. Aber angenommen, es würden zwei Drittel des Baumaterials durch Wardt transportiert werden, rechne der Deichverband im Ort mit 50 Fahrzeugen am Tag.

Die Transportfrage war auch von der Bezirksregierung Düsseldorf als zuständiger Behörde geprüft worden. Wie aus dem Planfeststellungsbeschluss hervorgeht, genehmigte sie vier Baustellenzufahrten über Land, von denen drei für den Materialtransport vorgesehen sind: die Variante L1 über den Strohweg in Wardt, die Variante L3 über die Kronemannstraße und die Straße am Dorfend in Lüttingen sowie die Variante L4 über die L480. Außerdem wurde der Transport über den Rhein und den ehemaligen Kiesverladehafen genehmigt.

Auf welchen Wegen und in welchem Umfang das Baumaterial über Land oder über Wasser zum Deich transportiert wird, sei noch offen, sagte Pieper. Der Auftrag für die Sanierung solle Anfang des Jahres vergeben werden. Mit der Baufirma, die nach der Ausschreibung den Zuschlag erhalte, werde die Transportfrage geklärt. Der Geschäftsführer machte im Gespräch mit der Redaktion aber deutlich, dass der Deichverband dazu verpflichtet sei, auf die Wirtschaftlichkeit zu achten. Ein Transport über den Rhein birgt das Risiko, dass der Fluss im Sommer Niedrigwasser hat und die Schiffe deshalb nicht voll beladen fahren dürfen. Dann könnte der Transport des Baumaterials über den Seeweg länger dauern und mehr Geld kosten. Vor Beginn der Arbeiten plant der Deichverband noch eine Informationsveranstaltung für Anwohner.

Die Planungen für die Erneuerung dieses Deichabschnittes hatten im Jahr 2014 begonnen. Das 3,8 Kilometer lange Stück soll auf einen technisch neuen Stand gebracht werden, um das Land dahinter besser gegen Hochwasser zu schützen. Dafür wird der alte Damm durch einen Drei-Zonen-Deich ersetzt, der aus drei Materialien besteht: Auf der Rheinseite wird ein lehmiges Material eingesetzt, das nahezu wasserdicht ist. Sollte dennoch Wasser eindringen, kann es auf der Landseite ablaufen und versickern, sodass die Standfestigkeit des Deiches erhalten bleibt. In den vergangenen Jahren waren bereits die angrenzenden Deichabschnitte in der Beek und zwischen Vynen und Wardt saniert worden.

(wer)