Xanten: Rauschendes Finale zum 20. Oktoberfest

Oktoberfest in Xanten : Schee wars!

60.000 Besucher an 17 Tagen, knapp fünf Biertanks mit je 24.000 Litern geleert, die Malteser hatten so wenig zu tun wie nie zuvor: Die 20. Auflage des Oktoberfestes in Xanten war ein voller Erfolg.

„Ich bin platt“: Wilfried Meyer, „Erfinder“ des Xantener Oktoberfestes und Chef des Freizeitzentrums, macht keinen Hehl daraus, dass er sich auf eine Mütze Schlaf freut. Am Sonntag, dem letzten Wiesn-Tag für dieses Jahr, zog er gemeinsam mit seinem Marketing-Leiter Andreas Franken eine überaus positive Bilanz. 60.000 Menschen zwischen 18 und 70 Jahren feierten vom 3. bis zum 28. Oktober in Dirndl und Lederhosen im großen Festzelt an der Südsee.

Das Wiesn-Finale begann um 10 Uhr mit der katholischen Messe im Festzelt. Foto: Christoph Reichwein (crei)

„Es war ein friedvolles Fest“, freute sich Meyer (64), der von Anfang an daran geglaubt hat, „dass es für ein Oktoberfest am Niederrhein einen Markt gibt“. Das Verkehrskonzept habe sich bewährt. Die Shuttle-Busse von und nach Xanten waren „sehr gut nachgefragt“. Die Kapazitäten sollen 2019 noch erhöht werden. Die Verlegung der Flirt-Bar ins Hauptzelt sei richtig gewesen, das Sicherheitskonzept aufgegangen. An den beiden Freitagen in den Herbstferien, die nicht ganz so gut besucht waren, wolle man noch feilen.

Erschöpft, aber zufrieden: Wilfried Meyer zog in der Almhütte Bilanz. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Wiesn-Hit 2018 ist „Kordula Grün“, genau wie in München. Der Rostbratwurstteller war mit 7180 Portionen dieses Jahr auf Platz eins der beliebtesten Speisen, gefolgt von den Käsespätzle (6979), Schnitzel (6047), Schweins-Hax’n (5287) und Wiesn-Hndl (2695 Portionen). Insgesamt 240 Mitarbeiter waren im Einsatz und feierten Sonntagabend gemeinsam mit Meyer und der Service-Leiterin Dorothee Schweers in der Almhütte. Aber auch sie schafften es nicht, den letzten der fünf Bier-Tanks mit je 24.000 Litern, der am Samstag angezapft wurde, zu leeren.

Die Stimmung am letzten Tag des Xantener Oktoberfestes war ausgelassen. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Nächstes Jahr gibt es übrigens wieder etwas Neues: Am ersten Sonntag (6. Oktober 2019) heißt es „Karneval meets Oktoberfest“. Der Xantener Carnevals Verein (XCV) feiert 2019 sein 50-jähriges Bestehen und ist auf Freizeit-Chef Meyer zugegangen. Wie der Tag dann gestaltet wird, wollen die Protagonisten noch gemeinsam festlegen.

An die 800 Besucher hatten sich Sonntagmorgen auf den Weg gemacht, um mit Kaplan Potowski die 10-Uhr-Messe im Oktoberfest-Zelt zu feiern. Seit 2010 ist der Musikverein Marienbaum musikalischer Begleiter des Gottesdienstes.

 Kaplan Potowski dankte Meyer und seinen vielen Helfern, „die 24 Stunden am Tag dafür sorgen, dass ganz, ganz viele Menschen so viel Spaß haben können“. Er hoffe, dass das noch viele Jahre so weitergeht, stellte das Thema „Tradition“ denn auch in den Mittelpunkt seiner Messe. Der Mensch lebe von vertrauten Dingen – „und traut sich manchmal gar nicht zuzugeben, dass er manches gerne ändern würde“, appellierte der Kaplan an alle Menschen, „zu erzählen, was ihnen wichtig ist, am Herzen liegt.“ So wie der blinde Bettler im Neuen Testament, der nicht aufhört darum zu bitten, wieder sehen zu können. „Christen sind keine Menschen, die die Klappe halten sollten, sondern ihre Stimme erheben für sich und andere“, so Kaplan Potowski. Leonard Cohens „Halleluja“ erklang zur abschließenden Kommunion, gespielt vom Musikverein Marienbaum, der Wilfried Meyer mit einem gerahmten Foto des Vereins gutes Gelingen für die kommenden Jahre wünschte. Die andächtige Ruhe in dem großen Festzelt tat gut – auch all‘ jenen, die danach noch blieben, um ein letztes Mal bei zünftiger Musik der Oberbayern-Band zu feiern.

Mehr von RP ONLINE