1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Xanten: Polizeiwache schließt früher - wegen Personalmangel

Wegen Personalmangel : Polizeiwache Xanten schließt künftig früher

Die Polizeiwache in Xanten ist künftig nur noch montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr mit einem Beamten besetzt, der Anzeigen aufnimmt. Bürgermeister Görtz kritisiert „diesen Einschnitt in das Sicherheitsangebot“.

Die Polizeiwache in Xanten ist ab der nächsten Woche nur noch montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr mit einem Beamten besetzt, der Anzeigen aufnimmt. „Außerhalb dieser Zeiten wird es kein Personal speziell zur Aufnahme von Anzeigen in der Wache mehr geben“, teilte die Kreispolizei Wesel am Freitagnachmittag mit. Ein Streifenwagen mit zwei Beamten soll aber weiter rund um die Uhr vor Ort sein. Bisher ist die Wache von 6 bis 22 Uhr besetzt. Die Änderung gilt ab Montag, 2. Dezember.

„Der Grund für diese neue Situation ist der weiter gesunkene Personalbestand der Polizei im Kreis Wesel“, erklärte die Behörde weiter. Im Vergleich mit 2015 habe die Polizei etwa 50 Beamte weniger. Durch die Veränderung der Bürodienstzeit sei es möglich, auch weiterhin ausreichend Beamte zu haben, um in Xanten einen Streifenwagen vorzuhalten, der sich um die Sicherheit der Bürger kümmere. Und trotz des Personalmangels seien die Einsatzkräfte „im Vergleich überdurchschnittlich schnell“ nach einem Notruf bei den Bürgern vor Ort.

Die eingeschränkten Zeiten für die Anzeigenaufnahme bedeuteten „keine gravierende Einschränkung der Bürgerfreundlichkeit“, versichert die Kreispolizei. Außerhalb der üblichen Bürodienstzeiten kämen erfahrungsgemäß nur selten Bürger zur Wache. Nach Einbrüchen oder Verkehrsunfällen griffen die meisten Menschen zum Telefon, um die Polizei um Hilfe zu bitten. Der Notruf 110 sei rund um die Uhr erreichbar. Wenn die Wache nicht besetzt sei, sei sie abgeschlossen, an der Eingangstür gebe es aber eine technische Rufmöglichkeit, die zur nächsten ständig besetzten Wache geschaltet sei.

Bürgermeister Thomas Görtz kritisierte „diesen Einschnitt in das Sicherheitsangebot“. Es gebe immer noch Menschen, die lieber zur Wache gingen, um eine Anzeige aufzugeben, als das online oder telefonisch zu machen. Er beklagte auch eine schlechte Informationspolitik durch Landrat Ansgar Müller als Leiter der Kreispolizeibehörde. Er habe auch erst am Freitagnachmittag durch eine E-Mail von der Änderung erfahren, sagte Görtz. Die Wache in Xanten ist seit 2016 nachts nicht mehr besetzt. Das wurde damit begründet, dass zwischen 22 und 6 Uhr nur wenige Menschen die Wache aufgesucht hätten.

(wer)