Xanten: Politik ist beunruhigt über Pläne für Salzabbau

Schäden an Gebäuden befürchtet : Pläne für Salzabbau beunruhigen Xantens Politik

Das Unternehmen Esco will den Abbau von Salz vorantreiben. In Xanten werden die Pläne mit Sorge beobachtet.

Lokalpolitiker verschiedener Fraktionen befürchten durch einen erweiterten unterirdischen Salzabbau Schäden für Gebäude in Xanten. „Das ist ein massiver Eingriff“, sagte Axel Janßen (CDU) am Dienstagabend im Planungsausschuss. „Ich sehe die Umsetzung sehr kritisch.“ In den vorgelegten Plänen ende eine mögliche Absenkung von fünf Zentimetern unmittelbar am Dom. Wer trage dafür die Beweislast? „Wir wissen nicht, wie später mit den Bergschäden umgegangen wird.“

Anlass der Debatte im Ausschuss war der nächste Schritt der Esco für einen Rahmenbetriebsplan bis 2050. Der jetzige Plan gilt bis Ende 2025. Das Unternehmen will den Salzabbau in einigen Jahren in Richtung Veen weitertreiben. Im jetzigen Abbaugebiet am Rhein melden Eigentümer aber immer wieder Setzrisse an ihren Gebäuden.

Im Zuge der beabsichtigten Erweiterung werden die Pläne hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit geprüft. Untersucht werden sollen unter anderem Auswirkungen auf Klima, Boden, Wasser oder auf den Gebäudebestand. Xantens Verwaltung spricht in einer ersten Stellungnahme von erheblichen Auswirkungen auf die zentrale Stadt und will das Untersuchungsgebiet noch weiter fassen inklusive APX und FZX.

Peter Hilbig (FBI) mahnte im Ausschuss ein verschärftes Vorgehen der Stadt an. „Sie hat auch eine Schutzfunktion für ihre Bürger, die in einem solchen Fall normale Ängste haben. Bin ich betroffen? Wie geht es weiter? An wen kann ich mich wenden? Muss ich ein Gutachten in Auftrag geben?“ Er regte eine Informationsveranstaltung zum Salzabbau an. Die Stadt müsse als Vermittler auftreten.

Davor aber warnte der Technische Dezernent Niklas Franke. „Wir sind nicht Herr des Verfahrens und stehen noch am Anfang. Das eigentliche Verfahren kommt erst noch.“ Eine „halbgare Informationsveranstaltung“ ohne Fachleute werde zu einer Verunsicherung führen. „Wir werden sie aber später einfordern.“ Als ärgerlich bezeichnete er die zeitlich enge Fristsetzung für eine erste Stellungnahme der Stadt in diesem Verfahren.

Auch Werner Paessens (BBX) und Eberhard Ritter (Grüne) sehen den weiteren Salzabbau kritisch. Ritter bemängelte, dass Interessen der Wirtschaft wieder vor denen der Bürger und der Umwelt gingen. „Wir hätten unsere Stellungnahme verschieben müssen.“ Paeßens wiederum hielt der Esco vor, früher die Gefahr von Gebäudeabsenkungen geleugnet zu haben. „Die Zeit hat dies widerlegt.“