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Xanten plant Bescheide in einfacher Sprache

Barrierefreies Rathaus : Xanten plant Erklärungen in einfacher Sprache

Behördendeutsch ist manchmal kaum zu verstehen. Die Stadt Xanten plant deshalb zusätzliche Erklärungen in einfacher Sprache. Außerdem sind weitere Maßnahmen geplant, um die Teilhabe von mehr Menschen zu ermöglichen.

Die Stadt Xanten will es Menschen leichter machen, ins Rathaus zu kommen, Anträge zu stellen und die Entscheidungen der Behörden anschließend auch zu verstehen. Davon sollen alle Bürger profitieren, nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern zum Beispiel auch Ältere, Kranke und Eltern mit Kinderwagen. Das erklärten am Montag Bürgermeister Thomas Görtz sowie Michael Verhalen als Behindertenbeauftragter der Stadt und Wolfgang Diamant als Vorsitzender des Inklusionsbeirates. Demnach dient das Sozialamt als Pilotprojekt für das gesamte Rathaus. Görtz, Verhalen und Diamant nannten mehrere Beispiele, wie aus den Büros ein „barrierefreies und inklusives Sozialamt“ werde. Dabei wurde deutlich, dass erstens manchmal schon Kleinigkeiten helfen, zweitens von den Änderungen weite Teile der Bevölkerung profitieren und drittens nicht jede Maßnahme viel Geld kosten muss.

So erklärte Verhalen, dass im Sozialamt überprüft worden sei, ob Rollstuhlfahrer in die Büros gelangen und sich darin auch bewegen könnten. Sonst seien die Schreibtische umgestellt worden, das habe oft schon geholfen. Dadurch sei es auch für Eltern mit Kinderwagen und Senioren mit Rollator einfacher, ein Büro zu betreten. Diamant berichtete, dass die Stufen zum Rathaus ein Geländer bekommen hätten und dafür ein rundes Rohr verwendet worden sei – weil es zum Beispiel für Menschen mit Arthrose angenehmer sei, eine runde anstelle einer eckigen Fläche zu greifen.

Verhalen kündigte zudem an, dass die Stadt so oft wie möglich das Amtsdeutsch zusätzlich in einfacher Sprache ausdrücken wolle. So sollten Bürger in manchen Fällen zusätzlich zum juristisch korrekten Behördenbescheid noch eine Erklärung bekommen, die verständlicher sei. Dabei gehe es auch um Chancengleichheit, sagte Görtz.

Es sei aber noch ein weiter Weg bis zu einem barrierefreien und inklusiven Rathaus, der aus vielen Puzzlesteinen bestehe, sagte Verhalen. Jedoch gehe Xanten in die richtige Richtung und sei schon weiter als andere Kommunen, ergänzte Diamant.