Xanten: Open-Air-Kino als Publikumsmagnet

Xanten: Open-Air-Kino als Publikumsmagnet

Am Freitagabend lief „Happy Burnout“, am Samstag „La La Land“ am Plaza del Mar. Bei der ersten Aufführung riss eine Windböe die Leinwand weg. Zum Glück war schnell für Ersatz gesorgt. Rund 1300 Besucher nutzten das Angebot.

Und zack, da flog die Leinwand weg: Eine Windböe reichte am Freitagabend aus, um die Leinwand aus den Angeln zu heben. Dabei hatten FXZ-Freizeitchef Wilfried Meyer und das Team der Firma Filmriss dem Publikum doch besonders gutes Filmvergnügen bescheren wollen und für die dritte Auflage des Open-Air-Kinos eine 72 Quadratmeter große aufblasbare Leinwand auf der Heinz-Trauten-Promenade aufgebaut, um an zwei Abenden die beiden Filme zu zeigen, die online das Rennen unter sechs Filmen gemacht hatten. So musste man kurzerhand improvisieren, auf die kleinere Leinwand zurückgreifen - was der Veranstaltung aber absolut keinen Abbruch tat.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, der frühe Gast ergattert den besten Platz: Um die 800 Frauen und Männer hatten sich nach Schätzung von Wilfried Meyer am Freitagabend auf den Weg zum Hafen an der Südsee gemacht, um die dramatische Komödie „Happy Burnout“ mit Wotan Wilke Möhring in der Hauptrolle des Alt-Punkers und Dauer-Hartz-IV-Empfängers zu sehen. Rund 500 dürften es am Samstag gewesen sein. 320 weiße Stühle hatte das FZX-Team auf der Promenade aufgestellt, eine lange Sitzbank nach der anderen angeschleppt. Einige Kino-Besucher brachten ihre eigenen Klappstühle oder stapelbaren Monoblocks mit - vermutlich, weil sie sich nicht zum ersten Mal einen Kinofilm unter freiem Himmel angeschaut haben.

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Auch Wilfried Meyer ist ein Fan von Open-Air-Kinoabenden. Er ist mehr als zufrieden mit der Entwicklung der Kinoabende und den Besucherzahlen: „Ich habe den Eindruck, dass die Leute guter Dinge waren.“ Der Eindruck täuschte nicht, und es lag sicher auch an den beiden Filmen „Happy Burnout“ und „La La Land“, die gezeigt wurden.  Anders als im Kino kam man aber im Hafen ohne einen Vorspann mit Werbe-Blöcken aus. „Ganz schlecht“, unkte ein Besucher aus dem kleinen Örtchen Kellinghusen. Nein, er war nicht gezielt wegen des Open-air-Kinos nach Xanten gekommen: Er war zu Besuch bei seiner Mutter und hat die Gelegenheit genutzt, sich die Komödie mit Wotan Wilke Möhring anzuschauen, den alle nur Fusel nennen und der Weltmeister im Geschichten-Erfinden ist. „I won’t change“ prangt in weißen Lettern auf seinem grünen T-Shirt, das er jeden Tag trägt, auch in der Klinik, in der er wegen eines Burnouts behandelt wird und in der er letztlich zum ersten Mal echte Freunde findet.

„Wir haben uns alle nicht angeschnallt in dem Karussell und sind irgendwann rausgeflogen, deswegen sind wir hier“, tut er in einer Filmszene kund. Die Besucher waren aus einem anderen Grund da: Weil es einfach ein Genuss war, unter freiem Himmel bei angenehmen Temperaturen und in einer wunderschönen location Kinofilme zu gucken. Und es wird auch nächstes Jahr wieder Open-Air-Kino im Hafen geben, verspricht Wilfried Meyer. Möglicherweise wird dann aber wegen der hohen Zuschauerzahlen der Standort der Leinwand verändert.

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