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„Xanten on stage“-Leiterin Aileen-Chantal Rothkegel macht Fortbildung in London

Musical-Fortbildung in London : Wardterin lebt ihre West-End-Story

In dem Inseldorf führt Aileen-Chantal Rothkegel die Musicalschule „Xanten on stage“. Bei einer 14-tägigen Fortbildung mit Profis im berühmten Theaterviertel West End in London ist die 25-Jährige aber nochmal zur Schülerin geworden.

Zwischen dem kleinen Inseldorf Wardt und der Acht-Millionen-Stadt London liegen Welten. 14 bis 17 Millionen Touristen besuchen jedes Jahr die Hauptstadt Englands, die mit einer königlichen Familie und dem Buckingham Palace, dem Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud, mit Wahrzeichen wie den imposanten Houses of Parliament, dem legendären Uhrturm „Big Ben“ und Westminster Abbey, Krönungsstätte der britischen Monarchen, punkten kann. Und mit dem West End. Ein Viertel, in dem sich ein Theater an das andere reiht. „Das Broadway Europas“, schwärmt Aileen-Chantal Rothkegel.

Die 25-Jährige, die seit drei Jahren erfolgreich die Musicalschule „Xanten on stage“ an der Heinrich-Hegmann-Straße im Inseldorf Wardt betreibt, steht noch immer unter dem Eindruck einer zweiwöchigen Fortbildung, für die sie nach London geflogen ist. Mit ihr waren 49 weitere junge Menschen aus aller Welt zwischen 14 und 25 Jahren jeden Tag im West End. Sie haben mit Profis gearbeitet, sind bei Musicaldarstellern und Trainern „in die Lehre gegangen“, haben Gespräche mit Regisseuren geführt, an Trainings im Dominion Theatre (da wird im Winter „White Christmas“ gespielt) teilgenommen.

„Im West End einen Jahresvertrag zu bekommen und in einem der Theater zu spielen, ist eine Ehre. Es ist das Zweitgrößte, was man als Musical-Darsteller machen kann“, sagt die Wardterin. Mit Profis Musicals einzustudieren, das sei für alle Kursteilnehmer eine aufregende Sache gewesen. Aber auch körperlich anstrengend. „Ich habe eigentlich eine wirklich gute Kondition. Aber auch ich hatte in den ersten Tagen einen mächtigen Muskelkater“, sagt sie und lacht. Für sie als Musical-, Tanz-und Gesangslehrerin sei es absolut spannend gewesen, „auch mal wieder Schülerin zu sein, sich auszupowern“.

Aileen-Chantal Rothkegel mit einem Zertifikat in den Händen, das die Teilnahme an der Fortbildung in Londons West End bestätigt. Foto: Aileen-Chantal Rothkegel

Die 14 Tage im Londoner West End waren dicht getaktet. In der ersten Woche gab es montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr Workshops zu Musicals wie „Cats“, „Phantom der Oper“, „Heathers“ und „Matilda“. Trainer war immer ein Darsteller des jeweiligen Musicals. Hinzu kamen Warm-ups, Muskeltrainings, Einzelgesangseinheiten. „Ich habe nach langer Zeit mal wieder eine Lehrerin kennengelernt, die ähnlich unterrichtet wie ich“, erzählt Rothkegel erfreut, die übrigens auch Klavier spielt. „Und Blockflöte: Die musste ich spielen, ich war auf der Marienschule.“

In der zweiten Woche haben alle an einem sogenannten Mentalcoaching (Mentales Training) teilgenommen und beispielsweise gelernt, wie sie sich selber beruhigen können oder wie sie mit Castings umgehen. Und sie haben einen 15-minütigen Showblock einstudiert. „Ich durfte die Rolle der Martha spielen und singen, in dem Musical die Freundin der Hauptdarstellerin“, erzählt sie. Den Abschluss der 14-tägigen Fortbildung am berühmten West End bildete ein Casting: Ein Vorsingen vor einer erfahrenen Agentin. In Englisch, wie überhaupt nur englisch gesprochen wurde. „Das war für mich eine Riesenherausforderung“, gibt Rothkegel zu. Sie galt generell als Exotin: Während alle anderen Kursteilnehmer – und auch die Coaches – in Leggings, Tops und normalen Turnschuhen herumliefen, hatte sie ihre Jazzschuhe, ein Trikot, einen Ballettrock und eine Shorts an.

Rothkegels Traum ist es, einmal die Rolle der Elsa im Musical „Die Eiskönigin“ zu spielen. Stage Entertainment holt das Märchen von Walt Disney nächstes Jahr nach Deutschland. „Ich werde dann auch spaßeshalber zum Casting gehen“, sagt Rothkegel. Zur Zeit produziert sie übrigens Popsongs, die sie selber komponiert und für die sie auch die Texte in Englisch schreibt. In eine bestimmte Schublade kann man sie aber nicht packen. „Ich kreiere Musik für Momente. Und Momente sind vielfältig“, sagt die 25-Jährige. So wie sie selber also.