„Hass und Hetze gegen uns“ Friedrich Merz als Zielscheibe – auch NRW-CDU kritisiert Dosenwerfen der Jusos in Xanten

Xanten · Auf dem SPD-Familienfest in Xanten konnten die Besucher Dosen abwerfen, auf denen Gesichter aufgeklebt waren, auch von CDU-Chef Friedrich Merz. Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU in NRW, kritisiert die SPD dafür scharf.

 Das Dosenwerfen-Spiel: Friedrich Merz ist in der zweiten Reihe rechts.

Das Dosenwerfen-Spiel: Friedrich Merz ist in der zweiten Reihe rechts.

Foto: RP/Markus Werning

Die Empörung über das Dosenwerfen-Spiel der Jusos in Xanten zieht weitere Kreise. Am Freitag schaltete sich der CDU-NRW-Generalsekretär Paul Ziemiak in die Debatte ein. „Was ist nur mit der NRW-SPD los?“, fragte Ziemiak auf dem Kurznachrichtendienst X (früher Twitter). Dass die SPD bei einem Familienfest Kinder auf Dosen mit Gesichtern von Wladimir Putin, Björn Höcke und auch Friedrich Merz werfen lasse, „ist Hass und Hetze gegen uns als Partei der Mitte“, schimpfte der Bundestagsabgeordnete. Die SPD nannte er die „frühere Volkspartei“ und forderte sie auf, dass sie „sich einfach nur schämen sollte“.

Das Dosenwerfen war Mitte September erstmals von den Jusos in Voerde auf einem Kinder- und Jugendfestival aufgebaut worden, Ende September dann auf dem Familienfest der SPD in Xanten. Auf den Dosen sind die Gesichter von Politikern geklebt worden: zum Beispiel Wladimir Putin, Alexander Lukaschenko, Alice Weidel, Björn Höcke, Alexander Gauland und auch Friedrich Merz. Der CDU-Chef passe zu den anderen, weil er sich immer wieder populistisch äußerte, zuletzt wieder über Flüchtlinge, sagte die Xantener Juso-Vorsitzende Daphne Schiela. Die Xantener CDU reagierte empört. Danach stellte sich Xantener SPD-Vorsitzende Theo Neu hinter die Jusos und sagte, dass es auch in der CDU Kritik an Merz-Äußerungen über Flüchtlinge gegeben habe.

Am späten Freitagnachmittag meldete sich auch der Landesvorsitzende der Jungen Union (JU) Nordrhein-Westfalen, Kevin Gniosdorz, zu Wort. „Es ist schon beschämend genug, Kinder überhaupt auf Gesichter werfen zu lassen“, kritisierte er laut einer Mitteilung. Dass die Jusos dann auch noch Friedrich Merz in eine Reihe mit Wladimir Putin oder Björn Höcke setzten, mache ihn fassungslos. „Das ist kein Umgang unter Demokraten.“ Gniosdorz sprach von einem „Verunglimpfen“ und warf der SPD vor, dass es nicht das erste Mal sei. Die Sozialdemokraten hätten schon 2021 im NRW-Landtagswahlkampf persönliche Attacken gegen CDU-Vertreter gefahren. „Negative Campaigning sollte ein Tabu im politischen Diskurs sein“, sagte der NRW-JU-Vorsitzende und forderte die SPD-Landesspitze auf, „sich klar von solchen Aktionen zu distanzieren“.