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Xanten: Nikolaus und Knecht Ruprecht kommen mit dem Trike ans Haus

Gute Tat in Xanten : Nikolaus und Knecht Ruprecht kommen mit dem Trike ans Haus

Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr vieles nicht in der gewohnten Form machbar. Also verkleideten sich zwei Lüttinger als Nikolaus und Knecht Ruprecht, setzten sich auf ein Trike und brachten Kindern Süßigkeiten – auf Distanz.

Wenn die Kinder nicht zum Nikolaus kommen können, kommt der eben zu ihnen, und zwar nicht mit dem Schlitten, sondern mit einem mit Lichterketten behängten Trike. So geschehen am Samstag am frühen Abend. Knecht Ruprecht alias Rüdiger Bauling (57) saß vorne, hinter ihm auf dem Trike Hendrik van Wesel (21), hauptberuflich Garten- und Landschaftsbauer, Feuerwehrmann im Löschzug Lüttingen und am Samstag als Nikolaus in Vynen unterwegs. Mit rotem Mantel, Maske unterm Rauschebart, weißen Handschuhen – und einer Greifzange in der Hand. Die gehört Carmen Bauling (54), die hat sie nach ihrer Hüft-Operation mit nach Hause bekommen. Zu Hause, das ist das Eigenheim am Blauen Stein in Lüttingen, in dem die fünf Kinder der Baulings groß geworden sind, zwei Söhne und drei Töchter, der älteste inzwischen 31, die jüngste 20. Am Küchentisch, morgens beim Frühstück, kam Rüdiger Bauling auf die Idee, als Knecht Ruprecht mit dem Nikolaus durch die Straßen zu fahren. Weil auch die Kinder durch die Pandemie und den Lockdown „in diesem Jahr so viel einstecken müssen“, sagt der Mann, der vor vier Wochen eine Krebs-OP hatte und das Krankenhaus mit einer sehr guten Prognose verlassen konnte. „Wir haben so ein blödes Jahr hinter uns“, ergänzt seine Frau Carmen, „wir sind so dankbar, dass wir alles gut überstanden haben. Und wir wollen von dem Glück, das wir beide hatten, etwas weitergeben.“

Verwandte, ihre Kinder, die Großeltern, Freunde haben gespendet; ihre langjährigen Freunde Bernd und Cornelia Denno sind mit ihrem Trike aus Rheinberg gekommen und haben das Nikolaus-Ruprecht-Gespann bei der Fahrt begleitet. 300 Beutel konnte Carmen Bauling mit ein paar Süßigkeiten füllen. Die kamen alle in einen Sack, den der Nikolaus vor sich aufs Trike packte und aus dem er mit dem Greifarm Tüte für Tüte herausholte und an die Kinder verteilte, die an den vorher festgelegten Straßen schon auf ihn warteten. „Meine Kleine freut sich schon total, wir stellen uns an der Hauptstraße an die Pferdewiese“, schrieb eine Frau auf Facebook. „Super Idee!!“, befand eine andere. Und sprach damit ganz vielen kleinen und großen Menschen aus dem Herzen.