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Xanten: Nächtlicher Notarztstandort bleibt erhalten

Zusage vom Kreis Wesel : Nächtlicher Notarztstandort Xanten bleibt erhalten

In der Debatte um den nächtlichen Notarztstandort am Sankt Josef Hospital bekommt Xanten vom Kreis Wesel eine Standortzusage für mindestens ein Jahr. Aber dann sollen die Einsatzzahlen noch einmal überprüft werden.

Aufatmen in Xanten: Der Kreis Wesel hat am Mittwoch mitgeteilt, dass der nächtliche Notarztstandort am Sankt-Josef-Hospital vorerst erhalten bleibt. Damit ist eine angedachte Verlegung nach Alpen zunächst vom Tisch. Allerdings soll nach einem Jahr überprüft werden, wie sich die Einsatzzahlen des Xantener Notarztstandorts entwickeln. Dann werde die Situation möglicherweise neu bewertet, erklärte der Kreis Wesel.

Die Stadt und das Krankenhaus reagierten erleichtert. „Das freut mich sehr“, sagte Michael Derksen, Geschäftsführer des Xantener Sankt-Josef-Hospitals. „Das ist eine gute Nachricht“, sagte Bürgermeister Thomas Görtz (CDU). Der Kreis sei auf Xantens Argumente eingegangen. Die Standortzusage sei ein Verdienst aller, die sich in den vergangenen Monaten für den nächtlichen Notarztstandort eingesetzt hätten, so Görtz. „Es haben alle wunderbar an einem Strang gezogen.“

Hintergrund: Der Kreis Wesel überarbeitet derzeit den Rettungsdienstbedarfsplan. Dieser legt fest, wo sich Rettungswachen und Notarztstandorte befinden und wie diese mit Fahrzeugen sowie Personal ausgestattet sind. Ein Gutachter schlug vor, dass die Notarztstandorte in Rheinberg und Xanten während der Nachtstunden an einem neuen Standort in Alpen zusammengelegt werden. Dagegen protestierte vor allem Xanten. Unter anderem die Verwaltung, die Politik, das Sankt-Josef-Hospital, der Krankenhaus-Förderverein und der Sozialverband VdK forderten die Beibehaltung des nächtlichen Notarztstandortes. Ihr Argument: Ein Notarzt verliere wichtige Minuten, wenn er nachts für einen Einsatz in Xanten erst von Alpen kommen müsse. Deshalb gefährde eine Verlegung des Standorts Menschenleben, warnten sie.

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Der Kreis habe diese Bedenken in seine Überlegungen und Gespräche zum Rettungsdienstbedarfsplan einbezogen, teilte Landrat Ansgar Müller am Mittwoch mit. Die Zusage an Xanten gab der SPD-Politiker nach „langen Verhandlungen“ mit den Krankenkassen. Sie hätten grünes Licht für die weitere Arbeit am Rettungsdienstbedarfsplan gegeben und auch dem Erhalt des nächtlichen Notarztstandortes am Sankt-Josef-Hospital zugestimmt. Allerdings hätten sie es sich vorbehalten, die Entwicklung der Einsatzzahlen in Xanten weiter zu beobachten und die Situation nach einem Jahr neu zu bewerten. Er sei „sehr optimistisch“, dass die Einsatzzahlen auch dann für den Erhalt des Standorts sprechen würden, sagte Görtz dazu.

Die Krankenkassen sind Kostenträger des Rettungsdienstes. Deshalb ist ihre Zustimmung eine wichtige Voraussetzung für die Aufstellung des Rettungsdienstbedarfsplans, wie die Kreisverwaltung erklärte. Den Entwurf werde sie den Kommunen vorstellen, sobald alle Details fachlich abgestimmt seien. Anschließend werde der Kreistag darüber beraten. Einen Termin nannte die Kreisverwaltung nicht. Für Rückfragen war sie nicht zu erreichen.

Es wird aber damit gerechnet, dass der Rettungsdienstbedarfsplan im Sommer verabschiedet wird. Dann würde die Standortzusage für Xanten möglicherweise Mitte des nächsten Jahres neu bewertet. Allerdings sind im Herbst 2020 Kommunalwahlen, und eine Debatte über einen nächtlichen Notarztstandort wird sich die Politik im Wahlkampf wohl ersparen wollen. Dann würde der Kreis das Thema frühestens Ende des nächsten Jahres wieder anpacken.