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Xanten: Musikfestival La Familia im Jukuwe beendet lange Durststrecke

Jugendarbeit in Xanten : Familientreffen der Rockmusikszene

Beim Festival La Familia in der Xantener Jukuwe spielten Bands aus der Region. Es war ein Wiedersehen nach langer Pause. Das Publikum ging richtig ab.

Zu Recht nennt sich das Musikfestival, das der Förderverein der Jugendkulturwerkstatt (Jukuwe) Exit in Xanten seit Jahren veranstaltet, La Familia. Viele Jugendliche und junggebliebene Erwachsene treffen sich an diesem Abend wie Menschen, die das Leben als eine große familienähnliche Gemeinschaft feiern wollen. Am vergangenen Samstag schon zum 14. Mal.

„Zu den Festivalbesuchern, die wir schon von unseren ersten Auftritten her kennen, kommen immer wieder neue hinzu“, erklärte Philip Gralla. Er zählt zu den drei den drei Mitgliedern des Fördervereins, die sich für die Realisierung des jüngsten La Familia besonders engagiert hatten. Außerdem ist er Mitglied der Band Barber’s Clerk, die an diesem Abend auftrat.

 In der Gruppe The Janitors spielen die Gralla-Brüder Niklas und Philip, die Maas-Brüder Kai und Sven sowie Chris Kotzbach zusammen.
In der Gruppe The Janitors spielen die Gralla-Brüder Niklas und Philip, die Maas-Brüder Kai und Sven sowie Chris Kotzbach zusammen. Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Dass die Songs, die von Barber‘s Clerk nach zwei Jahren corona-bedingter Veranstaltungspause zusammengestellt worden waren, auf Anhieb begeistert mitgesungen wurden, war für Gralla eine freudige Überraschung. Ebenfalls zur Band zählen sein Bruder Niklas Gralla, Philipp Gerritsen und Lukas Raber. Mit ihren Songs, bei denen Gerritsen und Raber für den Gesang sorgten und Instrumente wie Gitarren, Banjos und Mandolinen zum Einsatz kamen, brachte die Irish-Folk-Gruppe das Publikum als zweite Band an diesem Abend zum Kochen. Spätestens beim spanischen Song El Cactus, dessen Text Raber nach einem erfolgreichen, zweijährigen Spracherwerb am Xantener Stiftsgymnasium geschrieben hatte, gab es kein Halten mehr. Es wurde in dem Maße getanzt und gepogt, wie es die Fläche vor der Bühne zuließ.

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Die Band Dirty Alley mit Yannik Elbers als Sänger, Jannis van Laak an der Bassgitarre, Niklas Haas am Schlagzeug sowie Paul Foltin und Victor Theunissen an der E-Gitarre hatte das Festival mit Bravour eröffnet. Es war der erste Auftritt der Gruppe in der Öffentlichkeit. Die Jungs konnten ihre Freude über den Erfolg nicht verbergen. „Wie Barber’s Clerk haben wir uns hier in der Jukuwe zu einer Gruppe zusammengeschlossen“, berichtete Sänger Elbers.

Die Songs der Newcomer-Band, die dem Genre Indie- und Garage-Rock zuzuordnen sind, hatten die Bandmitglieder gemeinsam geschrieben. Gitarrist Foltin war als ein besonders engagiertes Vorstandsmitglied während des gut fünfstündigen Konzertabends auch für die Technik zuständig und betätigte sich zwischenzeitlich ebenfalls als Kassierer.

 Die Pop-Punk-Band Squeaky Wheels besteht aus Alex Wienisch, Bastian de Klein, Timo Behrendt und Timo Rado.
Die Pop-Punk-Band Squeaky Wheels besteht aus Alex Wienisch, Bastian de Klein, Timo Behrendt und Timo Rado. Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Zu den Janitors, die wie Barber‘s Clerk die Headliner des Festivals bildeten, gehören nicht nur die Gralla-Brüder Niklas und Philip, sondern auch die Maas-Brüder Kai und Sven sowie Chris Kotzbach, der als Gitarrist 2020 zur zwei Jahre zuvor gegründeten Band stieß. „Unsere Musik lässt sich dem wenig bekannten Genre Organ-Ska-Reggae zuordnen“, erklärte der sympathische Gitarrist. Eine Orgel, ein Schlagzeug, zwei E-Gitarren und eine Bass-Gitarre sind die Instrumente, die von den Musikern bespielt werden. „Mit dem Timbre, das wir den Tönen auf der Orgel und auf den Gitarren geben, können wir Einfluss auf die Stimmung nehmen“, betonte der Gitarrist, der die Jukuwe als eine „Geburtszelle“ für lokale Newcomer-Bands bezeichnete.

„Mitsamt der beiden weiteren Bands, der Hardcore-Punk-Band Never Grown Up und der Pop-Punk-Band Squeaky Wheels, hatten wir einen guten Mix mit fünf mehr oder weniger bekannten Bands aus Xanten, Sonsbeck und Alpen“, erklärte Johannes Pullich, der als Vorstandsmitglied des Fördervereins an der Auswahl der Gruppen beteiligt gewesen war. Zur Never-Grown-Up-Band gehören Sänger Simon Werner, die Gitarristen Clemens Hennessen und Georg Verhülsdonk sowie der Schlagzeuger Marlin Schmitz. Auch dieser Band gelang es, die meisten Festivalgäste für ihre Musik zu begeistern, sie ausgelassen tanzen zu lassen. Dasselbe galt für die Band Squeaky Wheels mit den Gitarristen Alex Wienisch, Bastian de Klein und Timo Behrendt sowie dem Schlagzeuger Timo Rado, der die Gruppe erst seit fünf Wochen musikalisch ausgesprochen positiv ergänzt und den Takt vorgibt.

Der Leiter der Jukuwe, Georg van Schyndel, der sich bei den Förderverein-Veranstaltungen nur als Begleiter versteht, der jederzeit zur Hilfe bereit ist, hatte in Absprache mit dem Team des Fördervereins veranlasst, dass alle Gäste vor dem Besuch des Festivals einen Corona-Test vorlegen mussten. „Wir wollen es unter allen Umständen vermeiden, dass unsere Veranstaltung zum Spreader-Event wird“, erklärte Helferin Christina Thelen.

„Es war ein toller Band-Abend hier in der Jukuwe“, sagten Charlotte Dröppelmann aus Pont (31) und Tobias Gehnen (31) aus Kapellen. „Die Xantener können sich glücklich schätzen, so ein Jugendzentrum zu haben“, sagte Dröppelmann auch mit Blick auf die tolle Skateanlage, den großen Kicker, die Räume und die vielen Möglichkeiten.