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Xanten: Mit Mundschutz zur Zeugnisübergabe der Marienschule

Abschlussfeier der Marienschule Xanten : Mit Mundschutz zur Zeugnisübergabe

99 Schülerinnen der Marienschule haben ihren Abschluss gefeiert – wegen der Corona-Pandemie im Dom, weil dort mehr Platz ist. Dennoch mussten die Klassen in separaten Veranstaltungen verabschiedet werden.

Als die Klassenlehrer Kirsten Schwarz und Stefan Menskes den Schülerinnen der Klasse 10a die Abschlusszeugnisse überreichen, tragen sie Einweghandschuhe – eine Schutzmaßnahme wegen der Corona-Pandemie. Deshalb hat die Marienschule die Abschlussfeier in diesem Jahr auch in den Dom verlegt. Die eigene Aula wäre zu klein gewesen. Und selbst der Dom ist an diesem Donnerstag nicht groß genug: Über den Tag verteilt gibt es deshalb drei Abschlussfeiern, für jede zehnte Klasse eine eigene. Sonst wäre es nicht möglich gewesen, die Mindestabstände einzuhalten. Damit sich die Familien nicht zu nahe kommen, muss außerdem jede zweite Sitzreihe frei bleiben.

„Ihr erlebt heute einen völlig anderen Schulabschluss, als Ihr Euch das vorgestellt und ganz sicher gewünscht habt“, sagt Schulleiter Michael Lemkens zu den jungen Frauen und deren Eltern. Er erinnert an die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, vor allem in den vergangenen Monaten. Sogar die Grenzen seien zeitweise geschlossen worden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu bremsen. „Manche Dinge haben wir neu schätzen gelernt.“ Lemkens nennt Beispiele: Gemeinsames Kochen, Kontakte zu Freunden, persönliche Berührungen, Nachbarschaft, Gottesdienste, die Natur. „Vielleicht sollten wir manches davon in die Zukunft retten.“ Lemkens zitiert ein Forschungsinstitut, wonach Deutschland bisher gut durch die Krise gekommen sei – dank eines „gemeinsamen Verantwortungsgefühls“ in der Bevölkerung, glaubt er, und dank der politischen Führung. Er halte es für keinen Zufall, dass Länder wie die USA oder Großbritannien, in denen die Regierungschefs die Gesellschaft spalteten, von der Pandemie schwerer getroffen seien. Deshalb richtet er einen Appell an die Schülerinnen: Sie hätten eine „persönliche Verantwortung für diese Gesellschaft“, sagt Lemkens und fordert sie zu einem „solidarischen Miteinander“ auf.

99 Marienschülerinnen haben in diesem Jahr den Abschluss nach der zehnten Klasse gemacht. Sechs Jahre ist es her, dass sie von der Grundschule zur privaten Mädchen-Realschule gewechselt sind. Die Mädchen von damals hätten sich zu jungen Damen entwickelt, sagt Schülersprecherin Anne Jochim in einer kurzen Ansprache. „Für das nächste Kapitel Eures Lebens wünsche ich Euch ganz, ganz viel Erfolg“, sagt sie. „Macht etwas aus Euch, denn in jedem von Euch steckt etwas ganz Besonderes.“ Die meisten wechseln zum Gymnasium, um das Abitur zu machen, oder zum Berufskolleg, einige beginnen eine Ausbildung. Für ihren weiteren Lebensweg hätten sie mit dem Abschlusszeugnis der Marienschule eine „hervorragende Grundlage“, sagt Bürgermeister Thomas Görtz. Er erinnert an die Unterstützung der Eltern für die Schülerinnen, gerade in den vergangenen Monaten. Schließlich wünscht er „alles Gute, Gottes Segen, und bleiben Sie gesund“.