Xanten: Mehrere Festnahmen bei Großkontrolle im Kreis Wesel

Hunderte Autofahrer überprüft : Mehrere Festnahmen bei Großkontrolle

Die Polizei überprüfte Hunderte Autofahrer in Alpen, Xanten, Moers und anderen Kommunen im Kreis. Sie suchte Einbrecherbanden. Nebenbei nahm sie sieben Personen wegen anderer Vergehen fest und ahndete Verkehrsdelikte.

Langsam rollen die Bullis und Kleintransporter auf den Parkplatz an der B 58 nahe der Autobahn 57 in Alpen. Die Fahrzeuge stehen kaum, schon treten Polizisten an die Fenster auf der Fahrerseite und fordern Führerschein und Fahrzeugpapiere. Weitere, teils schwer bewaffnete, Uniformierte sichern ab. Es  herrscht um die Mittagszeit reger Betrieb. In erster Linie richte sich die Aktion gegen Einbrecher – auch wenn die Zahlen rückläufig sind, wie die polizeilichen Kriminalstatistiken belegen.

Während 2015 noch mehr als 1,5 Millionen Straftaten verübt wurden, waren es im Jahr 2018 weniger als 1,3 Millionen. Besonders hoch ist der Rückgang bei den sogenannten Wohnungseinbruchsdiebstählen. In den Jahren von 2015 bis 2018 hat sich die Zahl dieser Delikte von über 62.000 auf knapp 30.000 mehr als halbiert, von 2017 auf 2018 betrug der Rückgang 23,4 Prozent. Gleichzeitig ist auch die Aufklärungsrate der Polizei angestiegen.

Zahlen, die die Polizei durchaus zufrieden stellen können. Trotzdem dürfe man nicht nachlassen und müsse die Täter weiter akribisch verfolgen, sagte Landrat Ansgar Müller. Ziel der Polizeimaßnahmen ist es, die Vernetzungen der Einbrecher konkreter zu erfassen. Denn dass den Beamten tatsächlich ein Auto voller Diebesgut in die Kontrolle fährt, sei eher selten. „Oft haben die Banden aber ein Depot in Autobahnnähe“, sagt Polizeipressesprecher Daniel Freitag.

So sind es vornehmlich Kleintransporter, die die Polizisten auf den Parkplatz rausziehen. „Die sind sehr beliebt bei Einbrechern. Denn meistens sehen die Transporter recht harmlos aus, haben Schriftzüge eines Handwerksbetriebs oder sind sogar wirklich ausrangierte Handwerksfahrzeuge“, ergänzt Freitag. Doch nicht nur nach Diebesgut wird gesucht, andere strafrechtlich oder verkehrsrechtlich relevanten Verstöße werden natürlich ebenfalls geahndet.

Daher seien Polizisten ein paar Hundert Meter vor der eigentlichen Kontrolle positioniert, die eine erste Vorauswahl treffen, wer letztlich kontrolliert wird. Regelverstöße wie Handynutzung am Steuer oder Fahren ohne Gurt werde selbstverständlich ebenfalls geahndet. „Besonders die Ablenkung durch das Smartphone birgt eine große Gefahr. Wer auf das Handy blickt, fährt wie unter Alkoholeinfluss“, mahnt Landrat Müller. Deshalb gab es am 8. Mai eine groß angelegte Polizeikontrolle, bei der gezielt nach Handynutzern Ausschau gehalten wurde und rund 2500 Fahrer erwischt wurden.

Auch in Xanten, Kamp-Lintfort und Moers wird westlich des Rheins kontrolliert. Noch während der laufenden Überprüfungen äußert sich Müller zufrieden: „Die Kollegen zeigen eine hohe Einsatzbereitschaft, insgesamt ist das ein guter Auftritt der Polizei.“ Auch die Zahlen lassen auf Zufriedenheit schließen. Linksrheinisch wurden 285 Personen überprüft, im gesamten Kreis 497. Dabei ahndeten die Beamten im Kreis Wesel 41 Verkehrsverstöße, 21 davon linksrheinisch. Insgesamt wurden sieben Personen festgenommen. Grund für die Festnahmen waren in fünf Fällen Alkohol- oder Drogenkonsum, bzw. Drogenbesitz. Zudem wurde eine per Haftbefehl gesuchte Person aufgegriffen, in Kamp-Lintfort erwischte die Polizei eine Person mit gefälschtem Führerschein. Außerdem sei eine geringe Menge Drogen gefunden worden. Im ersten in Alpen kontrollierten Fahrzeug saßen im übrigen zivile Zollfahnder. „Die haben ihren Job so gut gemacht, dass sie auch uns getäuscht haben“, sagt Freitag mit einem Augenzwinkern.

(mwi)
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