Xanten: Maria Lehmbrock stellt auf Burg Winnenthal aus

Kunst in Xanten : Das Spiel mit den Strukturen

Maria Lehmbrock stellt bis zum 19. November auf Burg Winnenthal aus. Zu sehen sind dort 34 neue Arbeiten aus ihrem Werkzyklus „Linum“.

Sie ist vor 63 Jahren in Alpen geboren, hat in Göttingen und München gelebt, ist promovierte Agrarwissenschaftlerin, hat sich seit 1984 komplett für die Kunst entschieden, einige Jahre als Kunsthistorikerin bei der Bayrischen Staatskanzlei gearbeitet und ist vor 20 Jahren an den Niederrhein zurückgekehrt: Maria Lehmbrock zeigt vom heutigen Mittwoch, 31. Oktober, an im Gewölbekeller der Seniorenresidenz Burg Winnenthal 34 neue Arbeiten aus ihrem Werkzyklus „Linum“.

Die Ausstellung wird um 18 Uhr eröffnet. Friederike Winkler wird in die Ausstellung einführen. Eine Künstlerin, die Maria Lehmbrock von den „Artgenossen“ aus Duisburg kennt. Eine Gruppe älterer Damen, die im Lehmbruck-Museum Menschen durch die Ausstellungen führen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

Seit ihrem 16. Lebensjahr beschäftigt sich Maria Lehmbrock mit der Bildhauerei und der bildenden Kunst allgemein, hat in den 80er-Jahren in Salzburg bei den Professoren für Bildhauerei, Gernot Rumpf und Lothar Fischer, studiert, und bei Johannes Dröge aus Sundern die Steinbildhauerei erlernt. Besonders nachhaltig sei in Göttingen die geistige Auseinandersetzung mit ihrer Mentorin Renate Baars gewesen. Mit ihr habe sie sich vier Jahre lang beinahe täglich über die Erscheinungen in der bildenden Kunst und Ausstellungen unterhalten, die sie in ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland besucht haben.

Das habe ihre Sichtweisen beeinflusst, so Lehmbrock, deren Arbeiten noch am ehesten der Konkreten Kunst zuzuordnen sind, getragen „von der Dankbarkeit dem Leben gegenüber“, wie sie selber sagt. Die Künstlerin erschafft Bildobjekte, Collagen und Netzwerke, beschreibt ihren Arbeitszustand als ein „konzentriertes Versinken in der Tätigkeit“. Sie spielt mit Strukturen, die Emotionen auslösen, fordert den Betrachter auf, in seinen Spiegel zu schauen.

Lehmbrock betrachtet Leinwände als Symbol für das Geschenk des Lebens, bearbeitet sie mehrfach, besprüht sie Schicht für Schicht mit Farbe oder trägt diese mit einem Pinsel auf, umwickelt die Leinwand zum Schluss mit Materialien, die aus der Arbeitswelt entlehnt sind: Rupfen (Kartoffelsack), Leinen, Packband, Frischhaltefolie, Mullbinden, Draht. Zum Schluss überzieht sie die Strukturen, die durch das Umwickeln entstanden sind, mit der Farbe weiß oder mit weiß durchtränktem Braun. Weiß ist für die 63-Jährige, die in Kamp-Lintfort ihre Atelierwohnung hat, „Ausdruck der tief empfundenen Lebensfreude“.

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