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Xanten: Malteser tauschten Kartoffeln gegen Altkleider

Aktion der Malteser in Xanten : Suche Altkleider, biete Kartoffeln

Der Umtauschkurs lag bei drei zu eins: In Xanten haben Malteser alte Kleidung gesammelt und den Spendern dafür frische Kartoffeln überreicht. Mehrere Tonnen kamen zusammen. Die Einnahmen gehen in die Jugendarbeit.

Seine Nachbarn in Labbeck können sich freuen. Sieben Kilogramm Kartoffeln bringt der freundliche Mann mit nach Hause. Er hat sie in Xanten für die alte Kleidung bekommen, die er an diesem Samstag den Maltesern gegeben hat. „Weil ich das Ehrenamt unterstützen will.“ Von den Kartoffeln will er Reibekuchen backen und die Nachbarn dann zum gemeinsamen Essen einladen.

Die Malteser haben am Samstag zum 14. Mal in Xanten alte Kleidung gesammelt und den Spendern dafür frische Kartoffeln aus der Region gegeben. Der Umtauschkurs lag bei drei zu eins. Für drei Kilogramm alte Kleidung überreichten die Helfer also ein Kilogramm Kartoffeln – und für 27 Kilogramm neun Kilogramm der Erdknollen. 7,3 Tonnen an Bettwäsche, Handtücher, Hosen, T-Shirts und Jacken bekam die Hilfsorganisation dadurch. Die Kleidung geht an einen Großhändler, der den Maltesern dafür Geld gibt, das die Ehrenamtlichen wiederum in ihre Jugendarbeit stecken.

Ally Grunewald, Björn Hieckmann und die anderen Malteser-Helfer nahmen die Altkleidung entgegen und gaben dafür frische Kartoffeln. Foto: RP/Markus Werning

Um 10 Uhr hatte die Hilfsorganisation mit dem Tauschen beginnen wollen, aber gegen 9.30 Uhr waren schon die ersten Altkleider-Spender vor dem Gelände an der Boxtelstraße gewesen. Schnell bildete sich eine Warteschlange. Kurz vor 11 Uhr war der Laderaum des ersten Lastwagens gefüllt. Allein die Emmaus-Gemeinschaft Sonsbeck hatte mehrere Tonnen Altkleider gebracht. Die meisten hatten kleinere Mengen dabei, lieferten kilogrammweise die gebrauchten Textilien ab. Aber da sich Auto an Auto reihte, kamen schließlich mehrere Tonnen zusammen.

Manche hatten die Altkleider der Nachbarschaft eingesammelt, andere die alte Sachen der Kinder aussortiert. Alle fuhren vor, viele blieben im Auto sitzen, die Malteser öffneten den Kofferraum, holten die Säcke heraus und wogen sie, rechneten das Gewicht in Kartoffeln um, holten die abgepackten Knollen, legten sie in einem Sack in den Kofferraum – und die Spender fuhren wieder. Die Kontakte zwischen beiden Seiten waren also auf das Minimum begrenzt, um das Infektionsrisiko so weit wie möglich zu senken. Deshalb musste auch jeder, der sein Auto verließ, einen Mundschutz tragen. Genauso wie die vielen ehrenamtlichen Helfer der Malteser.