Xanten: Mahnende Worte bei Gedenken an Karl Leisner

Gedenken an Karl Leisner : Weihbischof Lohmann fordert mehr Mut von Christen

Bei einer Gedenkmesse im Xantener Dom findet der Weihbischof mahnende Worte. „Wo ist der Mut geblieben, der Karl Leisner ausgezeichnet hat?“, fragt Lohmann.

Am dritten Adventssonntag, Gaudete genannt, feierte Weihbischof Rolf Lohmann im Xantener Dom das Pontifikalamt im Gedenken an die Priesterweihe des Seligen Karl Leisner vor 74 Jahren im KZ Dachau. Mit dem Bischof zogen die Fahnenabordnungen der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften am Niederrhein, die Ministranten, Kreisdechant Propst Johannes Mecking aus Kleve, Pater Ägidius Metzler OCist/Stift Heiligenkreuz und Diakon Stephan Rintelen aus Kleve in den Dom ein.

Die Gemeinde wurde von Kaplan Christoph Potowski im Namen von Propst Klaus Wittke begrüßt. Weihbischof Lohmann verwies in seiner Predigt auf das Glockenspiel „Üb` immer Treu und Redlichkeit.“ Die Aussage dieses Liedes werde heute übertönt von Macht, Geld und Rücksichtslosigkeit. Man denke dabei nur an den Terror in Straßburg oder an die Missbrauchsskandale in der eigenen Kirche. „Wenn wir am Grab des niederrheinischen Seligen zusammenkommen, stellt sich die Frage: Wo ist der Mut geblieben, der Karl Leisner zu seiner Zeit als jungen Mann ausgezeichnet hat?“, fragte der Weihbischof.

Die braunen Töne würden sich überall wieder breit machen und fänden auch heute wieder Gehör, sagte Weihbischof Lohmann. Da bedürfe es der Stimme Karl Leisners „und unserer Stimme“, sich als Christen zu bekennen. Als der Regionalbischof am 7. Juli 2017 in Münster geweiht worden war, habe er auch Karl Leisner auf seinem Bischofsstab verewigt. In seiner Zeit als Pfarrer in Kevelaer habe er stets am 2. Weihnachtstag den Kelch gebraucht, den Karl Leisner bei seiner Priesterweihe benutzte. Der Oberhirte ging dann auf Johannes den Täufer ein, der auf einen Anderen verwies, der ein anderes Lied anstimmte. „Wer dieses Lied, die Melodie Gottes aufnimmt, wird etwas von der Freude des dritten Advent erfahren“, sagte er. Nach dem Pontifikalamt begab sich der liturgische Dienst in die Krypta des Domes, um am Grab des niederrheinischen Glaubenszeugen ein Gebet zu sprechen.

Die anschließende Jahreshauptversammlung des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK) war erstmalig in der Mensa der Marienschule in Xanten. Dort war Weihbischof Rolf Lohmann ein gern gesehener Gast. Er stellte seinen Lebenslauf und seine Beziehung zu Karl Leisner in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Der scheidende Sekretär, Diakon Stephan Rintelen, verwies auf die zahlreichen Aktivitäten während seiner zehnjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit. Zu seinem Nachfolger wurde Udo Erbe aus Xanten gewählt. Die weiteren Präsidiumsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt.

Die Geschäftsstelle des IKLK wird nach über 14 Jahren zu Beginn 2019 nach Xanten umziehen. In einer der am besten erhaltenen Wohnstätten aus dem 13. Jahrhundert, den so genannten Kurien, hat der Verein zur Erhaltung des Xantener Domes seine Geschäftsstelle. Sie befindet sich in Haus Thomas (Kapitel 10). Der Vorstand des Dombauvereins hat beschlossen, dass ein nicht mehr genutzter Büroraum dem IKLK zur Verfügung gestellt werden kann, um dort seine künftige Geschäftsstelle einzurichten. Der Verein hat nach wie vor seinen Sitz in Kleve. Die in Kleve registrierten Telefon- und Telefaxverbindungen bleiben bestehen. Im Hintergrund wird eine Rufumleitung nach Xanten geschaltet.

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