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Xanten-Lüttingen: St.-Pantaleon-Schützenbruderschaft gedenkt der Corona-Toten

St.-Pantaleon-Bruderschaft : Lüttinger Schützen gedenken der Pandemie-Toten

Lüttinger Schützen haben der Toten der beiden Weltkriege und der Corona-Pandemie gedacht. Brudermeister Bernhard Hußmann nutzte die Gelegenheit, um „auf ein Problem unserer Gesellschaft“ einzugehen, wie er sagte: Rassismus in Deutschland.

Wegen der Corona-Pandemie hat die St.-Pantaleon-Schützenbruderschaft in Lüttingen schon zum zweiten Mal ihr Schützenfest absagen müssen. In diesem Jahr sei es besonders bitter, weil sie 300 Jahre alt werde, sagte Brudermeister Bernhard Hußmann am Sonntag. „Ein großes Fest sollte es für uns alle werden, vieles war vorbereitet, doch die Katastrophe lässt es nicht zu.“ Die Bruderschaft traf sich aber am Ehrendenkmal, um der Verstorbenen zu gedenken. „Auch für diejenigen, die hier auf den Tafeln verewigt sind, ließ ein katastrophales Weltgeschehen ein normales Leben nicht zu und sie haben die Zeit nicht überlebt.“ Für die Schützenbruderschaft sei es eine Pflicht, der Toten der Weltkriege zu gedenken. „Auch sie haben nicht damit gerechnet, so aus ihrem Leben in Familie und Gemeinschaft gerissen zu werden.“ Die Corona-Pandemie habe ebenfalls „viele Lücken“ in der Gesellschaft hinterlassen. Im Zusammenhang mit der Pandemie gebe es mehr als 90.000 Todesfälle allein in Deutschland. „Auch an diese Mitmenschen und deren Familien sollten wir denken und uns vor Augen führen, dass die Pandemie noch nicht überwunden ist.“

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Der Brudermeister sprach noch ein weiteres Thema an: „Täglich erleben Menschen in Deutschland Rassismus. Dieser zeigt sich von subtiler Alltagsdiskriminierung über Hetze im Netz bis hin zu rassistischen Gewalttaten.“ Die Zahlen der Taten und Vorfälle stiegen erschreckend an. „Und das in einer Zeit, in der wir als Gesellschaft besonders zusammenstehen sollten und müssten.“ Die Schützenbrüder sollten dazu eine eindeutige Einstellung haben. „Darum rufe ich Euch mit den Worten unseres Bundespräsidenten auf: Nein, es reicht nicht aus, kein Rassist zu sein. Wir müssen Antirassisten sein! Rassismus erfordert Gegenposition, Gegenrede, Handeln, Kritik und – was immer am schwierigsten ist – Selbstkritik, Selbstüberprüfung. Antirassismus muss gelernt, geübt, vor allen Dingen aber gelebt werden.“

Hußmann schloss mit den Worten, dass sie der Vermissten und Toten der Weltkriege, der Opfer der Pandemie und besonders der Toten der Bruderschaft sowie der im vergangenen Schützenjahr verstorbenen Schützenbrüder Helmut Knühmann, Jens Weinkath, Dieter Janßen und Theo Beyl gedachten.

(wer)