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Xanten: Limes als Weltkulturerbe verbindet Kommunen - ein Kommentar

Niedergermanischer Limes ist Weltkulturerbe : Ein Grenzwall, der verbindet

Jeder der 44 archäologischen Fundplätze an dem römischen Grenzwall wird für sich von dem Welterbe-Status profitieren. Betrachtet man die Außengrenze des Römischen Reichs jedoch in ihrer Gesamtheit als Anziehungspunkt, bieten sich ganz neue Möglichkeiten der Kooperationen.

Viele Archäologen und Museumsleiter dürften die Sektkorken knallen gelassen haben, als das Unesco-Komitee am Dienstag bekanntgab: Der Niedergermanische Limes ist jetzt Weltkulturerbe. Der Leiter des Archäologischen Parks Xanten (APX), Martin Müller, Kostenpflichtiger Inhalt bezeichnete den Welterbe-Status als Ritterschlag, er will nun neue Themenfelder für die Bildungsarbeit anbieten, plant neue Ausstellungen. Zurecht, schließlich wird die Aufmerksamkeit für das Freilichtmuseum und die gesamte Stadt Xanten jetzt vermutlich in ungeahnte Höhen wachsen. Auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Über die eigenen Grenzen sollte aber auch bei der touristischen Vermarktung des Unesco-Titels geschaut werden. Klar, jeder der 44 archäologischen Fundplätze an dem 385 Kilometer langen Grenzwall von Remagen bis ins niederländische Katwijk wird für sich von dem Welterbe-Status profitieren. Das gilt auch für die entsprechenden Kommunen. Betrachtet man die antike Außengrenze des Römischen Reichs jedoch in ihrer Gesamtheit als Anziehungspunkt, bieten sich ganz neue Möglichkeiten der Kooperationen und Partnerschaften, in Deutschland wie den Niederlanden. Schließlich war der Niedergermanische Limes, der entlang des Rheins lief, schon in der Antike eine wichtige Verbindung zwischen den Kastellen.

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Ausflugs-Angebote zu den insgesamt 120 Denkmälern entlang der Strecke wären möglich. Den angrenzenden Hadrians- und Antoniuswall eingeschlossen, könnte es auch Themenreisen nach Großbritannien geben.

Einen Vorgeschmack darauf, wie fruchtbar die Zusammenarbeit sein kann, gab die Bewerbung um den Welterbe-Status selbst. Den Antrag haben Archäologen aus den Niederlanden, aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gemeinsam an die Unesco gestellt. Das Ergebnis: eine kulturelle Sensation.

Beate
Wyglenda

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