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Xanten: Landrat Ansgar Müller sieht keine Kapazität für mehr Polizeipräsenz

Landrat antwortet auf offenen Brief : Keine Kapazität für mehr Polizeipräsenz

Laut Landrat Ansgar Müller sei es im Kreis Wesel gelungen, die hohe Anzahl an Polizeiwachen und Streifenwagen trotz enormen Rückgangs der Personalstärke zu erhalten. Der Xantener Herbert Dissen hatte zuvor einen offenen Brief mit der Forderung nach mehr Polizeipräsenz verfasst.

Der Landrat Ansgar Müller, Chef der Kreispolizeibehörde Wesel, hat auf den offenen Brief des ehemaligen Ratsmitglieds Herbert Dissen reagiert, den dieser geschrieben hat, nachdem ihm Bargeld gestohlen worden war. Dissen fordert mehr Polizeistreifen auf den Straßen im Bereich der Stadt Xanten. In seiner Antwort bedauert der Landrat, dass Dissen Opfer einer Straftat geworden ist, wonach der Wunsch nach mehr Schutz durch eine verstärkte Polizeipräsenz nachvollziehbar sei. Für die Personalstärke der einzelnen Kreispolizeibehörden aber seien der Landtag und die Landesregierung verantwortlich. Sie werde jährlich nach belastungsbezogenen Kriterien der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallzahlen festgelegt. Bedauerlicherweise habe der Kreis Wesel seit 2014 über 50 Polizeibeamte weniger zugewiesen bekommen, so der Landrat. Das entspreche einem Minus von zweieinhalb Wachen der Größe der Polizeiwache Xanten. „Dass dies nicht ohne Konsequenzen kompensiert werden konnte, liegt auf der Hand“, so Müller.

Trotz des enormen Rückgangs der Personalstärke sei es gelungen, die hohe Anzahl an Polizeiwachen und Streifenwagen zu erhalten. Keine Landratsbehörde habe mehr Polizeiwachen als der Kreis Wesel. Mit zehn Polizeiwachen gebe es in nahezu jeder der 13 Kommunen eine Wache. „Die Polizei nimmt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sehr ernst“, so der Landrat. Er nennt als Kernaufgabe der Polizei die schnelle, professionelle Hilfeleistung, wenn Bürger den Notruf wählen. Hierbei beweise die Polizei im Kreis Wesel seit Jahren bei den Einsatzreaktionszeiten ihre Leistungsfähigkeit. Aktuell liege sie bei allen 47 Kreispolizeibehörden auf Platz drei, bei den Landratsbehörden sogar auf dem zweiten Platz.

Für eine Funkstreife mit zwei Polizeibeamten rund um die Uhr an 365 Tagen benötige man 12,6 Stellen. Das mache Schwerpunktsetzungen zur Erhöhung des Sicherheitsgefühl kaum möglich. Die Verlagerung einer Streife aus einem anderen Bereich würde die schnelle Reaktion auf Notrufe dort erheblich verschlechtern. Das wäre nicht zu akzeptieren. Daher sieht der Landrat „keine Kapazitäten für eine zusätzliche Streife für Xanten“.

(RP)