Xantener beteiligen sich an Protest Kliniken schalten auf „Alarmstufe Rot“

Xanten · Xantens St.-Josef-Hospital unterstützt einen bundesweiten Protest für eine „solide Finanzierung“ der Krankenhäuser in Deutschland. Sonst drohten Insolvenzen und der Verlust von Fachkräften, warnt die Klinik.

„Die deutschen Krankenhäuser brauchen eine solide Finanzierung“, fordert Marco Plum, Geschäftsführer des Sankt-Josef-Hospitals.

„Die deutschen Krankenhäuser brauchen eine solide Finanzierung“, fordert Marco Plum, Geschäftsführer des Sankt-Josef-Hospitals.

Foto: Sankt-Josef-Hospital

Mitarbeiter des Xantener Krankenhauses beteiligen sich an einer bundesweiten Protestaktion, um „auf die dramatische Situation der Kliniken“ in Deutschland aufmerksam zu machen. Wie das St.-Josef-Hospital in einer Mitteilung ankündigt, fahren deshalb rund 20 Mitarbeiter am 20. September nach Düsseldorf, wo eine Kundgebung von NRW-Krankenhäusern vor dem Landtag geplant ist. Auch in anderen Städten in Deutschland soll es Proteste geben. Unter dem Motto „Fünf vor Zwölf“ wollen Krankenhausbeschäftigte auf die Lage der Kliniken aufmerksam machen.

In Düsseldorf rechnet die Krankenhausgesellschaft NRW mit 10.000 Teilnehmern. Wie sie in einer Mitteilung erklärt, haben Corona-Pandemie und Inflation die Finanzreserven der Kliniken „aufgezehrt“. Erste Krankenhäuser hätten Insolvenz angemeldet. Nun stehe für die Mitarbeiter eine Tariferhöhung an, die von der Bundesregierung für den öffentlichen Dienst und damit auch für das Krankenhauspersonal ausgehandelt worden sei: „Die Erhöhung um rund zehn Prozent ist vollkommen verdient“, betont die Krankenhausgesellschaft NRW. Aber die Tariferhöhung müsse finanziert werden, und damit lasse die Bundesregierung die Krankenhäuser allein, so der Vorwurf.

Gesetzliche Vorgaben verhinderten kostendeckende Preiserhöhungen, schreibt die Krankenhausgesellschaft NRW weiter: Anders als jedes Wirtschaftsunternehmen könnten Krankenhäuser die Preise nicht selbst erhöhen, um ihre Einnahmen zu steigern. Die Erhöhung sei durch das gesetzlich festgelegte Abrechnungsverfahren mit den Krankenkassen „gedeckelt“. „Weil die Krankenhäuser ihre Preise nicht selbst erhöhen können, muss die dafür zuständige Bundesregierung durch Gesetzesanpassungen den Rahmen dafür schaffen.“ Aber das mache sie nicht. „Wir fordern die vollständige Finanzierung der Tariferhöhung und einen echten Inflationsausgleich“, schreibt die Krankenhausgesellschaft NRW.

„Greifen Bund und Länder nicht schnellstmöglich ein, werden weitere Insolvenzen und der Verlust von Fachkräften im Gesundheitswesen unweigerlich folgen“, warnt Marco Plum, Geschäftsführer des St.-Josef-Hospitals. Am Niederrhein bildeten die freigemeinnützigen Krankenhäuser „das Rückgrat der Gesundheitsversorgung in der Region“. Diese Häuser erhielten aber keine Unterstützungsleistungen wie kommunale und Landeskrankenhäuser. Offensichtlich scheine es der Wille der Bundesregierung zu sein, Kliniken „in einem kalten Strukturwandel von der Landkarte zu eliminieren“. „Die deutschen Krankenhäuser brauchen eine solide Finanzierung, eine deutliche Entlastung von dem ausufernden Bürokratismus und Unterstützung bei Anwerbung und Integration von Fachkräften“, fordert Plum.

(wer)
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