Xanten: KleinMontmartre bleibt ein Magnet

Xanten: KleinMontmartre bleibt ein Magnet

Das Xantener Kunstfest mit Pariser Flair auf der Klever Straße zieht nach wie vor Besucher wie Aussteller aus Nah und Fern an.

Eher zögerlich errichteten die zahlreichen Künstler, Händler und sozial engagierten Gruppen am Samstagmorgen ihre Verkaufsstände zum Künstlermarkt „KleinMontmartre“ auf der Klever Straße, und auch die Anzahl der interessierten Käufer und Kunstsammler war zunächst recht überschaubar. Um kurz nach 11 Uhr erklärte Dieter Fürtjes, der wie schon so oft am Reibekuchenstand des Lions Club Xanten anzutreffen war, allerdings schmunzelnd: „Wir rechnen damit, dass das Wetter von nun an sonnig bleibt, denn Menschen mit sonnigem Gemüt bürgen für sonniges Wetter.“

Mit Jens Weber, einem der Vorstandsmitglieder, und Rainer Theunissen, dem Koordinator der Lions Club-Veranstaltungen, ist es für ihn als Schatzmeister Ehrensache, für einen guten Etat dieses international tätigen Hilfswerkes zu sorgen. Ein wenig besorgter meldete sich Birgit Hürkens aus Kalkar an ihrem Stand, an dem sie ausgewählte Keramik zum Verkauf anbot, zu Wort: „Regenschauern haben mich hierher begleitet, aber als ich anfing meine Verkaufsartikel auszupacken, strahlte die Sonne, und so soll das Wetter auch bleiben.“ Dass der Künstlermarkt, den es im Original auf dem gleichnamigen Hügel im Norden von Paris gibt, durch weitere Schauern ein wenig von seiner Attraktivität einbüßte, war den Wettervorhersagen entsprechend zu erwarten gewesen, die zahlreichen Verkäufer zeigten sich dennoch zufrieden, ihre Verkaufsartikel in der schönen Römerstadt präsentieren zu können.

Dieser Einstellung schuldet der Markt seinem guten Ruf, der ihm seit vielen Jahren vorauseilt. So gehörten Harald Harrer aus Krefeld, Susanne Mayer aus Düsseldorf und Maryna Shefer aus Duisburg zu den renommierten ausstellenden Künstlern. Harald Harrer bot feinstes zeitgenössisches Kunstwerk aus Glas und Keramik zum Kauf an, Susanna Meyers Verkaufsstand zog die Blicke der Besucher mit ihren einzigartigen Schmuckstücken auf sich, und Maryna Shefer präsentierte zeitgenössische Malerei.

Am Stand der Aachener Künstlerin Petra Risse bewunderten die Schüler Jan Lukas Liesen und Helena Buschmann aus Bochum und Mönchengladbach, die ihre Ferien zurzeit auf dem Campingpark Kerstgenshof in Sonsbeck verbringen, die kostbaren Auslagen. „Ich bin begeistert, wie sehr die Farbtöne der Gemälde und Schmuckstücke im Einzelnen miteinander harmonieren“, erklärte Jan Lukas seiner Begleiterin. Im selben Tenor äußerte sich Sabine Röser aus Wesel, die in Begleitung ihrer Mutter Angelika Rösen und ihres Freundes Guido Gardemann in die Flanierzone auf der Klever Straße gekommen war. „Ich verbringe einen großen Teil meiner Freizeit hier bei meinem Freund in Xanten, da Xanten nicht nur durch seine besondere Geschichte und Architektur, sondern auch wegen seiner zahlreichen kulturellen Veranstaltungen viel interessanter als Wesel ist“, erklärte sie voller Freude und voll des Dankes an die Veranstaltungs-Organisatoren, in diesem Fall besonders an Beate Spira als Projektleiterin bei der Tourist Information, den Verein Stadtkultur als Veranstalter und die Sparkasse am Niederrhein, die sich als finanzieller Unterstützer von jeher eher im Hintergrund in das Geschehen einbringt.

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An Ständen mit Beteiligung von Ehrenämtlern boten der Kiwanis Club Xanten Second Hand-Taschen an, die Kenia Gruppe am Stiftsgymnasium hielt Kaffee und Kuchen bereit, der Förderverein der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg wartete mit einem Weinstand auf. In diesem Jahr waren die Caritas Werkstätten zum ersten Mal mit einem Stand vertreten, an dem Melanie Wormland-Weinhold und Yvonne Strasek einen Einblick in deren Kunst gewährten.

Für den musikalischen Rahmen sorgten bei der zweitägigen Veranstaltung am Eingangsbereich dMario Marinoff an der Balaleika und Roman Asenov am Akkordeon mit internationaler Musik. Im Mittelbereich der Kunstmeile unterhielten Chanko Chankov und Atnas Mokolov mit internationaler klassischer Musik, zu denen Werke von Mozart, Bach und Brahms gehörten. Französische Akkordeonmusik gab es am Sonntag von gleich drei Musikern zu hören: Lutz Strenger, Rachiel Montiel und Matthieu Pallas sowie Lothar Meunier sorgten auch mit ihrer Bekleidung für den typischen französischen Flair, den ein solcher Künstlermarkt einfach voraussetzt.

Die vielen Gemälde, die unter anderem besonders schöne Orte, wie die Kathedrale Sacré-Coeur, die auf dem Hügel Montmartre errichtet wurde, präsentierten, vermittelten ebenfalls einen sympathischen französischen Flair. Eine besondere Attraktion war die Ausstellung des Syrers Adib Kahlil, der mit seinen Werken auch schon in Sonsbeck anzutreffen war und vor der Evangelischen Kirche Besucher zum Malen einlud.

Viele der Besucher werden sich das letzte Wochenende der Sommerferien im nächsten Jahr, der Tag an dem der Künstlermarkt wieder Bilder, Graphiken, Schmuckstücke, Skulpturen, aber auch Gebrauchsgegenstände wie Taschen, Bekleidung, Porzellan und Trödel, wie ihn die „tu was Genossenschaft“ vor ihrem Geschäft anbot, schon jetzt in ihrem Kalender vormerken.

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