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Xanten: Josef Theunissen bekommt Diamantenen Meisterbrief

Ehemalige Stifte gratulieren : Diamantener Meisterbrief für Josef Theunissen

Mehr als 35 Lehrlinge hat Josef Theunissen in Xanten ausgebildet. Einige kamen nun in den alten Betrieb zurück, um zu gratulieren: Ihr früherer Chef erhielt den Diamantenen Meisterbrief überreicht.

Ihre Lehre liegt schon einige Jahrzehnte zurück. 30, 40 oder 50 Jahre ist es her, dass sie von Josef Theunissen in Xanten ausgebildet worden sind. Später arbeiteten sie woanders, einen verschlug es sogar in den Süden Deutschlands, nach München. Aber am Samstag kamen vier ehemalige Stifte zurück in den alten Betrieb, um ihrem ehemaligen Chef zu gratulieren. Denn der 86-Jährige erhielt von Kreishandwerksmeister Günter Bode den Diamantenen Meisterbrief.

„Wenn ich sehe, was aus Euch geworden ist, weiß ich, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe“, sagte der Jubilar, der vor 60 Jahren, also 1959 seinen Meister als Landmaschinenmechaniker gemacht hatte. 1976 übernahm er den Familienbetrieb. Viele Jahre leitete er die Metallbaufirma. 1998 übergab er sie an seinen Sohn, den Obermeister der Metall­innung Wesel, Rainer Theunissen. Damit wird die Firma, die 1899 gegründet worden war, nun in vierter Generation von der Familie geführt. Vor 100 Jahren bot sie Hufbeschlag und Kutschenbau an. Heute konzentriert sie sich auf Sicherheitstechnik für den Bergbau, Treppen- und Geländerbau, Blechverarbeitung und Erstellung von Zaunanlagen.

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Mehr als 35 Lehrlinge habe er in seinem Berufsleben ausgebildet, erinnerte sich der 86-jährige Josef Theunissen. „Es war ihm immer wichtig, dass wir etwas lernten“, erzählte Horst Budweg, dessen Lehre von 1963 bis 1967 ging. Theunissen sei eine Respektsperson, damals wie heute, ergänzte Thomas Scholten (1980 bis 1984). Ihr früherer Chef habe seine Lehrlinge immer „auf Augenhöhe“ behandelt, berichtete Manfred Tebrack (1974 bis 1976). „Er war ein Förderer“, sagte Thomas Schweitzer (1983 bis 1987). Über die Jahre sei eine Freundschaft entstanden. „Ich konnte immer zum Jupp kommen, wenn ich Rat brauchte.“ Schweitzer hatte den weitesten Weg gehabt: Er war für das Jubiläum extra aus München nach Xanten gekommen und fuhr am Abend wieder nach Süddeutschland. Aber vorher dachten er und die anderen ehemaligen Stifte dankbar an die Lehrjahre zurück, erzählten Dönekes, erinnerten sich an Muckefuck in der Frühstückspause und Pfannkuchen mit Rübenkraut als Mittagessen. Sie sprachen über den Umzug des Betriebs – die Firma war früher am Ostwall – und über das alte Hallentor, das sie am neuen Standort wieder einbauten.

In einigen Jahren soll es ein Wiedersehen geben. „Ich komme gern in fünf Jahren wieder“, sagte Kreishandwerksmeister Bode. Dann, nach 65 Jahren, gibt es den Eisernen Meisterbrief.