Xanten: Jonnys Eispalast wird es auch 2020 geben

Schlittschuhbahn im Xantener Hafen: Auch 2020 gibt es einen Eispalast

Mit der Premiere ist er zufrieden. Deshalb legt sich Jonny Casselly junior schon fest: Auch im nächsten Jahr will er eine Schlittschuhbahn in seinem Zirkuszelt aufbauen. Vielleicht wird er seinen Eispalast sogar eine Woche länger öffnen.

Es sei ein Kraftakt gewesen, gibt Jonny Casselly junior unumwunden zu, „anstrengender als unser Weihnachtscircus“. Er meint die Echteisbahn, mit der der Direktor des gleichnamigen Zirkus Neuland betreten hatte. Zum ersten Mal konnten unterm Zirkuszelt im Hafen Kufenflitzer ihre Bahnen ziehen und Pirouetten drehen – sofern die Eisfläche nicht allzu voll war. Und um es vorweg zu nehmen: Auch nächstes Jahr wird er seine Manege wieder zur Eisbahn machen, wenn der letzte Vorhang im Xantener Weihnachtscircus gefallen ist. „So um den 10. Januar herum, bis zum 2. Februar 2020, vielleicht auch eine Woche länger“, so Casselly.

Das könne er tatsächlich aber nur, weil seine Familie hinter ihm stehe und er Sponsoren an seiner Seite habe, zum Beispiel die Volksbank, die das Projekt Echteisbahn auch 2020 wieder unterstützt. Auch die Rheinische Post steht einer Fortsetzung des Sponsorings wohlwollend gegenüber. Denn das Projekt trägt sich nicht allein: Jonny Casselly musste eine fünfstellige Summe in die Hand nehmen, um einen Teil der 800 Tribünenplätze abzubauen, die Manege vorzubereiten (die Eisfläche braucht einen festen Boden, den er herrichten muss), das Vorzelt zu heizen, die Lichtanlage und die Eisbahn ans Stromnetz zu hängen.

„Die ganze Familie war gefordert, drei Wochen lang, sieben Tage in der Woche“, sagt Casselly, für den der Arbeitstag morgens um 8 Uhr begann und erst um 23 Uhr zu Ende war. Im Vorzelt waren die Versorgungshütten geöffnet und mussten mit „gemieteten Helfern“ besetzt werden. Sein langjähriger Freund Bobori und weitere Freunde hätten ihn tatkräftig unterstützt, seine Frau habe in einer Bude Crêpes gebacken, Tochter Katy habe mit einer der beiden Frücht-Schwestern Zuckerwatte und Popcorn verkauft, Casselly selber hängte sich die Schürze um und brutzelte Pommes Frites und Currywurst. Die Schüler, die vormittags zum Eislaufen kamen, mussten betreut, die Eisfläche immer wieder glattgezogen werden.

Casselly sagt aber auch ganz klar, dass sich die Eisbahn allein nicht rechnet. Das Bierkasten-Curling steht auch 2020 wieder auf dem Plan, außerdem kommen „Anjas Kids on Ice“ aus Dinslaken wieder nach Xanten, also Kinder und junge Erwachsene zwischen drei und 35 Jahren, für die Choreografin Anja Reichelt seit 1982 jedes Jahr ein neues Märchen schreibt, das passende Drehbuch entwickelt und mit ihren Eis-Kindern eine märchenhafte Show einstudiert, die sie dann im Dezember unter anderem in der Eissporthalle in Dinslaken zeigen. Dieses Jahr war sie an zwei Sonntagen da, das Zirkuszelt war beide Male mit jeweils an die 300 Zuschauern gut besucht. Vielleicht, so Casselly, gibt es 2020 drei Vorstellungen. Obwohl es für alle anstrengende Wochen gewesen seien, zieht der Zirkusdirektor ein positives Fazit: „Es war viel Arbeit, aber es hat Spaß gemacht“.

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