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Xanten: Jessica Steinvoort berät Senioren bei der Planung der letzten Lebensphase

Angebot für Senioren in Xanten : Beraterin für die letzte Lebensphase

Wie soll die Beerdigung ablaufen? Ist eine Krankensalbung gewünscht? Jessica Steinvoort berät Senioren in Xanten und anderswo bei der Planung der letzten Lebensphase. „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit.“

(RP) Wer mit Jessica Steinvoort einen Termin vereinbart, will wichtige Entscheidungen treffen, bevor es zu spät ist – damit zum Lebensende die eigenen Wünsche berücksichtigt werden können. Damit zum Beispiel Angehörige oder Ärzte nicht mutmaßen müssen, ab wann jemand keine Behandlung mehr möchte. Oder wer als Vormund die Verantwortung übernimmt. Oder ob eine Krankensalbung gewünscht ist. Oder wie die Beerdigung ablaufen soll. Wer mit Jessica Steinvoort einen Termin vereinbart, will solche Fragen klären und die Antworten schriftlich festhalten.

Seit Beginn des Jahres ist die 39-jährige Frau eine Beraterin für die „Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“, wie es im Paragraphen 132 des Sozialgesetzbuches (SGB V) heißt. Nach einer Weiterbildung ist die frühere Pflegerin in der Lage, mit Seniorinnen und Senioren über die Themen zu sprechen, die bisher vielleicht verdrängt worden sind. Steinvoort bietet ihre Beratung in mehreren Senioreneinrichtungen unter dem Dach des Katholischen Alten- und Pflegehilfenetzwerkes Niederrhein (KAN) an: in den Seniorenheimen St. Marien in Grieth, St. Helena in Wissel, im St.-Elisabeth-Haus in Xanten sowie in Kalkar im Marienstift und im Seniorenzentrum St. Nikolaus. Außer ihr wurden weitere Beraterinnen und Berater ausgebildet, die sich um die Senioren in den anderen Einrichtungen der Trägergesellschaft kümmern.

Steinvoort hat bei ihren Gesprächen die Erfahrung gemacht: „Wenn ich die Menschen in unseren Einrichtungen anspreche, dann gibt es nur sehr selten Ablehnung, viele wollen über ihre Wünsche für die letzte Lebensphase reden.“ Während das erste Gespräch noch unter vier Augen geführt wird, kommen zu weiteren Terminen fast immer Angehörige mit dazu. Sie müssen ebenso für die Wünsche der Senioren sensibilisiert werden wie Pflegekräfte und Mediziner. „Alles, was wir schriftlich festhalten, wird auch vom Hausarzt unterschrieben“, erklärt Steinvoort. Ändern sich die Wünsche in den folgenden Jahren, werden die Aufzeichnungen angeglichen. „Die Planung der letzten Lebensphase bleibt ein Prozess, der immer den jeweiligen Wünschen angepasst wird“, sagt Steinvoort.

Sie hat erlebt, wie unterschiedlich Angehörige bei solchen Gesprächen reagieren können, „aber für mich geht es immer um den Wunsch des Betroffenen“, unterstreicht sie. Dazu gehört auch die Bitte um seelsorgliche Begleitung, vor und in der Sterbephase. „Diese Begleitung ist vielen Menschen sehr wichtig.“ Und die Planungen gehen manches Mal über den Tod hinaus – in ihren Beratungen kann auch festgelegt werden, wie eine Beerdigung ablaufen soll, also zum Beispiel welche Lieder gespielt werden und in welcher Kirche der Trauergottesdienst abgehalten werden soll. „Für mich ist diese Beratung eine Herzensangelegenheit.“

(RP)