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Xanten: Jede vierte Wasserprobe weist zu hohe Nitratkonzentration auf

Untersuchung in Xanten : Jede vierte Wasserprobe mit zu hohem Nitratwert

Der VSR-Gewässerschutz hat 77 Brunnenwasserproben in seinem Labormobil in Xanten untersucht. Viele davon weisen eine zu hohe Nitratkonzentration auf. Der Verein sieht die intensive Landwirtschaft als Ursache an.

Der Verein VSR-Gewässerschutz hat erneut vielen Xantenern mitteilen müssen, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. 77 Brunnenbesitzer gaben im Labormobil des Vereins im September ihre Wasserproben für eine Untersuchung ab. Bei jeder vierten Probe aus dem Raum Wesel – Xanten – Sonsbeck – Alpen sei eine zu hohe Nitratkonzentration festgestellt worden, teilt der VSR-Gewässerschutz nun mit. Diese Wasserproben überschreiten demnach den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter.

Physiker Harald Gülzow und sein Assistent Milan Toups fanden bei den Untersuchungen sogar deutliche Ausreißer nach oben: Die Wasserprobe eines privat genutzten Brunnens in Vynen wies 229 Milligramm Nitrat pro Liter auf. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen gab es in Marienbaum mit 75 Milligramm pro Liter (mg/l), in Lüttingen mit 94 mg/l, in Birten mit 76 mg/l und in Drüpt mit 87 mg/l.

Am Info-Stand und bei der telefonischen Beratung hätten sich viele Brunnenbesitzer wütend über die Nitratbelastung der Region gezeigt, so Gülzow. „Sie möchten es nicht mehr hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist. Vielen Bürgern wurde durch ihr eigenes Ergebnis klar, wie stark das Grundwasser in ihrer Region bereits belastet ist.“ Die zu hohe Nitratbelastung frustriere gerade Familien, die ihren Garten gerne zum Anbau von Gemüse oder als Spielort für Kinder mit Planschbecken nutzten.

Als Ursache für die hohe Nitratbelastung des Grundwassers sieht der Verein die intensive Landwirtschaft und deren Subventionierung. „Die EU-Agrarpolitik fördert bis heute Betriebe, für die hohe Erträge an erster Stelle stehen und die Verringerung der Nitratbelastung nur lästige Auflagen sind, die sie versuchen zu umgehen“, kritisiert Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Der Verein fordert von der Politik, dass Subventionen nur noch an Landwirte mit einer gewässerschonenden Bewirtschaftung gezahlt werden. Seiner Auffassung nach könne der ökologische Landbau die von der Agrarindustrie hervorgerufene Nitratbelastung erheblich verringern. Bareiß-Gülzow: „Es wird höchste Zeit für eine Agrarpolitik, die sich ihrer ökologischen Verantwortung bewusst ist und eine umweltverträgliche Landwirtschaft fördert.“

Auf einer interaktiven Nitratkarte veranschaulicht der VSR-Gewässerschutz, in welchen Regionen Nitratbelastungen besonders hoch sind.

www.vsr-gewässerschutz.de/nitratbelastung

(beaw)