Xanten: Instrumenten-Trödel der Band "Lazlo"

Xanten : Stöbern in der Band-Geschichte

Die Xantener Band „Lazlo“ verkaufte bei einem Bandflohmarkt ihre alten Instrumente. Viel Andrang herrschte aber nicht.

Es war ein buntes Sammelsurium, dass sich dem Betrachter am Samstag auf der kleinen Fläche vor dem Musikhaus an der Heinrich-Lensing-Straße bot. Verstärker, Hi-Hats, Verzerrer, Keyboards, sogar ein riesiges Mischpult hatten die Jungs der Band „Lazlo“ zusammengetragen, um es unter die Leute zu bringen.

„Das ist schon irres Zeug, was sich da über die Jahre angesammelt hat“, konnte Michael van de Locht, Gitarrist, Bassist und Sänger der Band, selbst nur staunen. „Man sammelt das ja, es könnte ja noch für eine weitere Band gut sein“, erläutert er, wie er gemeinsam mit Bandkollege Christoph Küppers auf die Idee zu dem Musik-Trödel gekommen war. „Wir unterrichten beide hier und dachten, wir tun uns da alle zusammen.“

Entsprechend hatte man dann über Facebook die Sache ins Rollen gebracht gebracht. „Ich habe 24 Gitarren zu Hause – und die Auflage, mit einer weniger zurück zu kommen“, sagt er schmunzelnd. Ihm gegenüber stand Küppers „mit meiner ersten Klampfe von 1967 und einer Yamaha X“. Im Gespräch mit einem Interessenten gestand er: „Gitarristen sind so bekloppt!“ Musikhaus-Chef Kurt Heintz fand die Idee einfach gut: "Gebrauchte Sachen werden gesucht und die haben hochwertige Teile dabei", sagt er. Eine Wiederholung könne er sich durchaus vorstellen.

Dem Wetter und der sehr dominanten Baustelle an der Heinrich-Lensing-Straße geschuldet, gestaltete sich das Besucheraufkommen an dem Vormittag aber recht übersichtlich. „Und viele haben gesagt, sie kommen, kamen aber leider nicht“, sah es van de Locht aber recht gelassen. Nur ab und an kamen vereinzelt Leute gucken. "Ich spiele Bass und Gitarre, gucke nach einer gebrauchten „Ovation“ für Auftritte", erzählte Jürgen Thöne von der Formation "Fields end". „Aber ich interessiere mich auch so für Instrumente – eine super Sache hier", befand der 60-jährige. Sebastian aus Alpen war Schüler einer der Laszlo-Musiker. „Und die haben erzählt, dass die hier was machen.“ Da er bei den gebrauchten Sachen draußen allerdings nicht fündig wurde, holte er sich lieber im Laden einen neuen Gitarrengurt.

Immer wieder kam es zum Expertenplausch unter Profis und alten Kollegen. „Wir haben vor 20 Jahren in Wesel gespielt“, erinnerte sich der Uedemer Sascha Theunissen an die „gute alte Zeit“ mit Gitarrst Henning Janssen. "Ich bin als kleiner Stöpsel mit denen groß geworden, habe von Michael van de Locht alles aufgesogen. Und mein Vater hat da Bass gespielt", plauderte der 41-jährige Janssen aus dem Nähkästchen.

Jörg und Birgit Meschendörfer hatten bei ihrer Suche nach etwas Brauchbarem sogar Glück. Das Paar aus Veen trug ein „Multi-Effekt-Gerät und zwei schöne Sticks“ mit nach Hause. „Die ließen mit sich handeln“, freute sich der 42-jährige. Und seine Liebste meinte: „Die sind nett. Hoffentlich machen sie das nochmal – dann aber bitte mit Streichern, ein Quintett vielleicht", meinte die Klassikmusikerin.

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