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Xanten: Initiative All Inclusive testet, wie behindertengerecht der Kurpark ist

Xanten : Ein „Befriedigend“ für den Kurpark

Die Mitglieder der Initiative All Inclusive haben getestet, wie behindertengerecht die Anlage ist. Sie vergaben auch ein „Ungenügend“.

Das fängt ja gut an: Von der langgezogenen Rampe, die vom Ostwall am Rathaus runter in den Kurpark führt, ist Jakobine Beyer vollauf begeistert. Bequem kann sie im Rollstuhl runterrollen. Dafür vergibt sie beim Check von Xantens neugestalteter Grünanlage eine klares „Sehr gut“. Am Ende der zweistündigen Begehung durch Mitglieder der Initiative All Inclusive mit Vertretern der Stadt stehen einige gute Noten im Zwischenzeugnis, aber auch ein „Ungenügend“.

All Inclusive will es wissen. Wie barrierefrei ist eigentlich der Kurpark? Nach dem guten Auftakt mit der Rampe erfolgt etwa 50 Meter die Ernüchterung. „So ein Käse“, sagt Wolfgang Diamant, Vorsitzender des Inklusionsbeirats. Der erblindete Mann würde auf dem Verbindungsweg zur B 57, auf sich alleine gestellt, vermutlich auch mit Stock gegen den Poller vor dem Steg laufen. Ebenso fehlt es ihm auf dem Steg selbst an einem Geländer. Zwar kommt er sicher mit dem weißen Stab an einer etwa zehn Zentimeter hohen Kante auf die andere Seite, doch wenn er versehentlich den Stab über die Kante pendeln lässt, kann er schnell in den Graben darunter fallen. Zwar weniger als einen Meter tief, was einen Handlauf laut DIN nicht erforderlich macht, aber eben eine aus seiner Sicht unnötige Gefahrenquelle. „Das kann so nicht bleiben“, sagt er. Eine Bitte an die Stadt: Nachbessern erwünscht. Jetzt vergibt er dafür nur eine 6.

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Der Hauptweg durch den Park ist an einer Seite in der Regel mit einer Aufkantung und einem weißen Streifen gekennzeichnet. Auf der anderen Seite entfällt dies, damit Regenwasser zur Seite hin ablaufen kann. „Etwas holprig“, sagt Jakobine Beyer im Rollstuhl. Die Unebenheiten machen sich im Rollstuhl durch Schmerzen im Fuß bemerkbar. Doch hier wird noch nachgebessert; die Stadt diskutiert gerade mit dem Bauunternehmen wegen der Gewährleistung. Wenn das so ist, vergibt Jakobine Beyer für den Weg eine 2.

Wesentlich schlechter kommt der Übergang etwas weiter am Kreisel Rheinstraße weg. Schon wieder Poller mitten auf dem Weg, es fehlt an Aufmerksamkeitselementen. Das sind weiße Steine, im Boden eingelassen, die zusätzlich zur Farbe noch durch Unebenheiten wie Rillen oder Noppen die Aufmerksamkeit erhöhen sollen. „Kommt noch“, sagt Niklas Franke, Technischer Dezernent der Stadt. Der Kreisel wird umgebaut, ein Kanal wird verlegt. Im Zuge dessen wird auch die Querung der Straße hergerichtet. Jetzt gibt es erst einmal eine 4.

So sehr Wolfgang Diamant auch über die Poller schimpft – sie scheinen notwendig zu sein. Eine Frau kommt vorbei, auf der Abendrunde mit dem Hund. „Hier fahren immer wieder Autos durch und nehmen den Weg als Abkürzung“, berichtet sie. Ähnliches war schon auf dem Steg nahe der B 57 geschehen. Beim Siegfriedspektakel sind, als dort noch keine Poller standen, Autos hinein in den Kurpark abgebogen. Dann sollten aber diese Hindernisse zumindest breiter sein, damit man keine schmerzhaften Erlebnisse hat, schlägt Wolfgang Diamant vor.

Für die Sitzbänke an den Wegen erhält die Stadt wieder ein dickes Lob. Zwei stehen nebeneinander, dazwischen ist etwa ein Meter Platz. Da die Bänke nur an einer Seite eine Armlehne haben, können Rollstuhlfahrer direkt auf die Bank rüberrutschen. „Man hat sich etwas dabei gedacht. Sehr schön und sehr bequem“, sagt Angela Weniger. Ihr Urteil: 1.

Nach solchen Höhen folgt wieder eine Tiefe, diesmal am Klever Tor. Kein Aufmerksamkeitselement warnt vor der Querstraße. Dahinter geht es zurück in den Kurpark. Nach wenigen Metern führt der Weg nach rechts weiter, geradeaus geht es in die Böschung runter auf den Rasen. Es fehlt eine Kante, an der sich Menschen mit Sehbehinderung orientieren können. Darum eine 4-.

Die Erkundung endet auf der Rheinstraße. Noppen auf dem Weg warnen frühzeitig vor den Gefahren der Straße. Am abgesenkten Bordstein selbst signalisieren unterschiedlich verlaufende Rillen, auf welcher Seite man die Fahrbahn überqueren soll, um nicht mit entgegenkommenden Menschen zusammenzustoßen. Gut gelöst: 2.

Vieles an Barrierefreiheit ist schon umgesetzt, anderes kommt noch. Grundsätzlich hätte sich Wolfgang Diamant aber gewünscht, dass bei der Planung noch mehr die Praxiserfahrungen von All Inclusive berücksichtigt worden wären. Aber über das Erreichte freut er sich trotzdem. In Xanten sei man auf einem guten Weg, lautet sein Resümee.