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Xanten: Ingrid Kühne spricht im Interview über ihr neues Programm

Xantener Kabarettistin Ingrid Kühne : „Mein Mann sagte: Um Gottes Willen!“

Kabarettistin Ingrid Kühne aus Xanten-Lüttingen hat ein neues Solo-Programm geschrieben, am Freitag ist die Premiere. Wir sprachen mit ihr darüber, worum es in den zwei Stunden geht und wieso ihr Mann den Kopf schüttelte.

Ihr Mann war nicht begeistert. Aber Ingrid Kühne ließ sich nicht davon abbringen: In ihrem neuen Solo-Programm spricht die Xantener Kabarettistin auch über Themen, „mit denen man in einem Comedy-Programm nicht rechnet“, wie sie selbst sagt. Welche Themen es sind, verrät sie im Interview mit unserer Redaktion nicht, weil sie den Besuchern ihrer Vorstellungen nicht die Überraschung nehmen will. Aber die Kabarettistin spricht darüber, wie die Menschen reagiert haben, die das neue Programm schon gesehen haben. Kühne hat vier Vorpremieren damit gespielt, zuletzt am vergangenen Samstag. Am Freitag ist nun die Premiere von „Von Liebe allein wird auch keiner satt!“.

Frau Kühne, Sie sind seit so vielen Jahren im Geschäft und schon so oft aufgetreten – sind Sie vor einer Premiere überhaupt noch aufgeregt?

Ingrid Kühne Vor der Premiere am Freitag nicht mehr, weil ich ja schon vier Vorpremieren gespielt habe, und sie haben alle funktioniert. Aber vor der ersten Vorpremiere war ich nervös. Ich selbst finde mein neues Programm lustig, aber mein Gefühl kann mich ja auch täuschen. Bis zum ersten Auftritt weiß ich also nicht, was die Leute sagen.

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Wie haben die Menschen auf das neue Programm reagiert?

Kühne Ich habe die erste Vorpremiere in Geldern-Hartefeld gespielt, die war bombastisch. Danach gehst du natürlich völlig beseelt nach Hause. Mir haben danach auch Menschen geschrieben, dass sie es super und grandios fanden. Am Samstag kam eine Frau zu mir und sagte, vom ganzen Lachen tue ihr Kiefer weh, aber damit habe sie schon gerechnet und deshalb vorsorglich ihren Zahnarzttermin am Montag abgesagt, weil sie den Mund dann noch nicht wieder richtig auf bekomme. Eine andere Frau kam aus dem Sauerland und sagte, dass ich doch erst Mitte des nächsten Jahres zu ihr in die Region komme und solange habe sie nicht warten wollen, deshalb sei sie bis nach Pulheim gefahren. Aber für den Termin im Sauerland habe sie auch schon Karten. Das tut natürlich gut. Dafür macht man das Ganze. Dass es den Leuten gefällt. Trotzdem ist es nicht selbstverständlich, dass die Menschen zu den Auftritten kommen und dafür Geld in die Hand nehmen, gerade in der jetzigen Zeit, in der alles teurer wird und man noch mehr auf sein Geld schauen muss. Ich bin unfassbar dankbar dafür. Ich habe mega-tolle Fans. Das sage ich wirklich voller Demut.

Es ist Ihr drittes Solo-Programm. Wie lange haben Sie daran gearbeitet?

Kühne Es ist sehr aufwendig, ein Programm für zwei Stunden zu schreiben. Man sitzt sehr lange daran, feilt an Sätzen und Passagen, bis die Geschichten rund sind und sich flüssig erzählen lassen. Ich brauche dazu Druck, erst dann fange ich so richtig mit dem Schreiben an. Danach lerne ich das Programm auswendig. Dazu muss mich Ralf fast schon nötigen, sonst klappt das nicht. Die letzten zwei Wochen vorm Start sind im Hause Kühne deshalb sehr „energiegeladen“.

Worum geht es in Ihrem neuen Programm?

Kühne Es geht um Geschichten, die mir passiert sind, aber von denen auch die Leute sagen: Boah, das kenne ich, das ist mir auch schon passiert. Das ist wichtig. Dass die Menschen sich in den Geschichten wiederfinden. Und dass sie zwei Stunden lachen und ihre Alltagssorgen vergessen können. Das ist mir wichtig. Das Programm soll wieder etwas für Herz und Seele sein.

Scheiden deshalb manche Themen für das Programm aus?

Kühne Ich habe auch Themen im neuen Programm, mit denen man in einem Comedy-Programm nicht rechnet. Mein Mann Ralf sagte noch: „Um Gottes Willen, bitte, Ingrid, nicht dieses Thema!“ Dann habe ich ihm die Nummer vorgelesen, und danach hat er mich angeguckt und gesagt: „Boah, jetzt ist die Nummer auch noch gut.“ Denn eigentlich möchte man nicht über so ein Thema sprechen. Aber ich verpacke das niedlich. In der Vorpremiere haben die Leute gelacht und die Nummer gefeiert. Und mit Lachen geht vieles im Leben einfacher. Es gibt zwar Situationen im Leben, in denen man vielleicht nicht lachen sollte. Aber auch solche Situationen habe ich im Programm. Auch da hat mein Mann gesagt: „Ingrid, das ist nicht dein Ernst.“ Er hat sich aufgeregt. Aber die Menschen haben auch darüber so schallend gelacht. Nachher bin ich von einem angesprochen worden, der sagte mir: „Genau diese Geschichte war der Knaller.“ Mein Mann stand daneben und schüttelte mit dem Kopf.

Wird sich das Programm denn noch ändern?

Kühne Ein Programm ändert sich immer mit der Zeit. Wenn ich es drei Jahre spiele, hat es am Ende mit dem Programm vom Anfang nicht mehr viel zu tun. Einige Passagen fliegen heraus, andere kommen herein. Das wird auch jetzt so sein. Normalerweise geht ein Programm über zweimal eine dreiviertel Stunde. Aber ich habe jetzt schon zweimal eine Stunde. Es wird also noch einiges herausfliegen. Dabei lerne ich vom Publikum, was ankommt und was nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist die Kabarettistin Ingrid Kühne aus Xanten