Xanten: Im Hotel an de Maaspoort wird es bunt

Xanten: Im Hotel an de Marspoort wird es bunt

Helga Sens, Rita Rennert, Ingrid Heidel und Ursula Gretschun stellen ihre Werke in dem kleinen Xantener Hotel aus. Ihr Markenzeichen: Ihre Bilder sind sehr bunt. Mal malen sie Gegenständliches, mal Abstraktes. Bis Anfang Oktober sind rund 40 ihrer Arbeiten zu sehen.

Da ist richtig Farbe drin. Schon wer den Flur des kleinen Hotels an de Marspoort im Herzen Xantens betritt, wer den gemütlichen Frühstücksraum durchquert und im Kaminzimmer Platz nimmt, der wird von den gut drei Dutzend Bildern an den Wänden gefangen genommen. Acrylmalereien allesamt. Auf Leinwand. Und nie langweilig. Vier Damen haben die Arbeiten in den vergangenen Jahren erstellt, haben diese schon einmal im Test im Graf-Recke-Seniorenstift in Düsseldorf-Wittlaer gezeigt. Und jetzt auch an der Marsstraße in Xanten. Und eins vorweg: Sehenswert ist die „Magie der Farben“, wie der Titel der Werkschau der vier Malerinnen im Alter zwischen 58 und 69 Jahren lautet, allemal.

Das ist auch ganz im Sinne von Hausherrin Regina Haverkate. Die aus einer (Kapellener) Gastronomenfamilie stammende Chefin des Zwölf-Betten-Hauses hatte im Jahr 2012 das „Kunst- und Kneipe-Haus“ von Hiltrud Hinskens übernommen. Und weil der Name schon mal draußen über dem Eingang stand, machte die heute 55-Jährige gleich ein Programm daraus.

Die Zimmer sind themengerecht eingerichtet: Dichtung, Musik, Handarbeit, Tanz – Figuren, Rückenteile der Betten, Bilder, die gesamte Ausstattung entspricht den jeweiligen Sujets. Und weil die regionale Kunstszene sich nach den „alten“ Ausstellungsräumen sehnte, gibt es immer mal wieder Ausstellungen – gut ein Dutzend mittlerweile.

Seit dem Wochenende und noch bis „irgendwann Anfang Oktober“ (Regina Haverkate zeigte sich schon beim Hängen der Werke ganz flexibel) sind die Bilder von Helga Sens, Rita, Rennert, Ursula Gretschun und Ingrid Heidel zu sehen. Eine Gruppe, die seit gut drei Jahren zusammenarbeitet.

Die Freundinnen Helga Sens aus Menzelen-Ost und Ingrid Heidel aus Rheinberg-Millingen hatten sich schon seit Jahren der Acrylmalerei in ihrer Freizeit verschrieben. Aus ihren Bekanntschaften kamen Ursula Gretschun aus Duisburg und die Xantenerin Rita Rennert hinzu.

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Eins eint sie: die Liebe zur Malerei. Und genug Gesprächsstoff gibt es allemal. Die eine arbeitete im Büro des früheren Duisburger Kulturdezernenten Dr. Konrad Schilling, ihre Freundin ist selbständige Buchhalterin, und die Dritte war im Theater der Stadt Duisburg tätig und heute noch als Altersbegleiterin.

Die Vierte lehrt Gestaltungstechnik am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg in Duisburg-Neudorf und leitet Kurse an der Volkshochschule in Xanten. Die unterschiedlichen Arbeitszeiten erschweren zwar die Zusammenarbeit, aber insbesondere in den Schulferien ist kreatives Schaffen angesagt. Dann, so das Quartett, treffe man sich regelmäßig zum Frühstück, zum Quatschen und anschließendem Arbeiten bis in den Abend hinein im Keller, auf einer Terrasse oder unter einem Carport. Wie es gerade gefällt. Und in aller Ruhe, ohne jedes große Gerede.

Das ergibt keine Konformität. Die eine trägt verschiedene Farbschichten auf, arbeitet zum Beispiel Sand ein und unterbricht ihre Werke mit Kratztechnik. Da finden sich Spachteltechniken, Kreidewerke und Blattgoldeinarbeitungen wieder.

Meist sind die Bilder abstrakt, andere gegenständlich wie die Darstellungen von Krebstieren und sogar die eines Elefanten. Langweilig sind diese Amateurarbeiten nicht, und sogar oft einen zweiten Blick wert. Und vor allem – richtig farbig. Dazu passte auch dies: Zur Ausstellungseröffnung gab es richtig guten Jazzgesang von Christine Rottler aus Koblenz.

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